Für Menschen, die sich gegen eine Corona-Impfung entscheiden, obwohl sie sich impfen lassen könnten, wird es ab heute teuer. Vom 11. Oktober 2021 an, werden fast keine kostenlosen Bürgertests mehr angeboten. Es gibt aber auch Ärzte, die weiterhin kostenlose Schnelltests nach ärztlichem Ermessen duchführen und Menschen, die von den Kosten befreit sind. Für die meisten Bürger gilt aber: Ab heute sind Corona-Schnelltests kostenpflichtig – und diese werden von Ungeimpfte beispielsweise für die Innengastronomie beötigt.
  • Was werden die Corona-Tests ab 11.10.2021 in Deutschland kosten?
  • Wer hat noch Anspruch auf kostenlose Tests?
  • Für wen gibt es weiter kostenlose Tests?
  • Wo werden überall Schnelltests benötigt?
Wer einen offiziellen Corona-Testnachweis braucht, muss dafür in vielen Fällen ab sofort das Portemonnaie zücken. Bis auf Ausnahmen übernimmt der Bund nicht mehr die Kosten. Erwartet wird, dass manche Anbieter ihre Testzentren schließen, weil sich der Betrieb nicht mehr lohnt.

Preise und Kosten für Corona-Schnelltests ab 11.10.2021

Wer ein Testzentrum weiterhin betreibt, kann den Preis für Schelltests dort selbst festgelegt werden. Zwischen 15 und 25 Euro je Antigen-Schnelltest dürfte der liegen. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte vergangene Woche nochmal appelliert: „Lassen Sie sich impfen, das ist der einzige langfristige Weg aus der Pandemie.“ Bisher bekommen Anbieter pro Schnelltest 11,50 Euro Vergütung, für genauere PCR-Tests gibt es etwa 43 Euro.

Kostenpflichtige Corona-Tests: Ausnahmen für Kranke, Kinder und mehr

Ausnahmen gibt es für bestimmte Personengruppen wie Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Ihnen werden weiter kostenlose Tests angeboten. Bis Jahresende stellt das Land Schulen kostenlose Tests für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Auch in Kliniken und Pflegeheimen bleiben Tests kostenlos, weil die Bewohner und Patienten auf soziale Kontakte angewiesen seien. Firmen müssen ihren Beschäftigten ebenfalls kostenlose Tests anbieten.
Auch lokale Ausnahmen sind möglich: So hat das Präsidium des Kreisverbands Tübingen des Deutschen Roten Kreuzes unter Führung von Lisa Federle entschieden, weiter der Bürgerschaft bis auf weiteres kostenlose Antigen-Schnelltests anzubieten. Der Verband finanziert die Tests den Angaben nach mit vorhandenen zweckgebundenen Spenden.
Begründet wird der Wegfall der flächendeckend kostenlosen Testangebote damit, dass inzwischen jede Bürgerin und jeder Bürger über zwölf Jahren in Deutschland geimpft werden kann. Impfstoff steht ausreichend zur Verfügung. Dass Tests weiter nötig bleiben, liegt an den sogenannten 3G-Regeln, die vielerorts etwa als Einlassbedingung gelten. Das heißt, nur von einer Covid-Erkrankung Genesene, gegen das Virus Geimpfte oder eben Getestete mit einem gültigen Nachweis, dass sie nicht infiziert sind, sind zugelassen.

Corona-Testzentren BW offen: Wo haben die Testzentren noch geöffnet?

Angesichts der schließenden Corona-Testzentren fragen sich einige Bürger, wo man sich noch auf Corona testen lassen kann. Diese Infos sind auf den jeweiligen Webseiten der Stadt- und Landkreise zu finden. Hierzu bietet die Kassenärztliche Vereinigung in Baden-Württemberg beispielsweise auf ihrer Webseite eine Übersicht der jeweiligen Seiten für die Infos, wo man sich in der Gegend auf Corona testen lassen kann.

3G und 2G Corona-Regeln: Wo werden Tests benötigt?

Für Ungeimpfte gilt in Deutschland seit 23. August eine erweiterte Testpflicht in Innenräumen. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss sich vor dem Besuch im Restaurant, in der Kneipe oder Bar testen lassen. Liegt die Inzidenz unter 35, kann diese Regel laut der aktuellen Verordnung ausgesetzt werden. In manchen Bundesländern gelten jedoch eigene, veränderte und teils verschärfte Maßnahmen.

Testpflicht reicht nicht: 2G-Regel bei Veranstaltungen

Von diesem Freitag an gilt auch in Mecklenburg-Vorpommern in der Corona-Pandemie ein 2G-Optionsmodell für Veranstalter. Hamburg und Baden-Württemberg waren Vorreiter – und verfolgen den Grundsatz schon länger. Das Landeskabinett in Mecklenburg-Vorpommern hatte am Dienstag beschlossen, Veranstaltern die Wahl zu lassen, ob sie den Zugang bei Events auf Geimpfte und Genesene (2G) beschränken, oder ob sie weiter auch Getestete (3G) zulassen wollen. Wählen Veranstalter das 2G-Modell, so dürfen andere Hygieneauflagen wie Abstand, Maskenpflicht oder Kontaktnachverfolgungspflichten entfallen.
Wie Gesundheitsminister Harry Glawe bei der Landespressekonferenz am Dienstag sagte, besteht jedoch eine Anzeigepflicht beim Gesundheitsamt, falls 2G bei einer Veranstaltung gelten soll. Daneben müsse eine Zugangskontrolle sichergestellt werden. Eine Erfassung der Kontaktdaten sei empfohlen, aber nicht verpflichtend. Der Minister betonte, dass allein der Veranstalter entscheide, ob das 2G-Modell für eine Veranstaltung gelten solle.
Kinder unter sieben Jahren sind gemäß der neuen Regelungen für 2G Geimpften und Genesenen gleichzustellen. Sie können also laut Glawe ohne Test zu den Veranstaltungen mitgenommen werden. Sieben- bis Zwölfjährige müssen hingegen einen tagesaktuellen negativen Schnelltest vorweisen, dies gelte auch für Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sind mit einem Schnell- oder Selbsttest zu den Veranstaltungen zugelassen.

Ausnahmen: Welche Personen erhalten auch weiterhin kostenlose Corona-Testangebote?

  • Kinder bis 12 Jahre
  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre (bis zum 31. Dezember 2021)
  • Personen, die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht gegen das Coronavirus geimpft werden können oder in den letzten drei Monaten nicht geimpft werden konnten.
  • Schwangere (bis zum 31. Dezember 2021), da es die STIKO-Empfehlung für sie erst seit dem 10. September gibt. Danach können sich weiterhin Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel testen lassen (für sie hat die STIKO keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen).
  • Stillende (bis zum 10. Dezember 2021), da es die STIKO-Empfehlung für sie erst seit dem 10. September gibt.
  • Personen, die sich wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus in Absonderung begeben mussten, können sich kostenlos testen lassen, wenn die Testung zur Beendigung der Absonderung erforderlich ist.
  • Auch Studierende aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden, können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos per Schnelltest testen lassen.
  • Außerdem können Personen, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor der Testung an solchen Studien teilgenommen haben, sich kostenlos mittels Schnelltest testen lassen.


Diese Nachweise müssen für die kostenlose Testung vorgelegt werden

  • Amtlicher Lichtbildausweis
  • Wer aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht geimpft werden kann, muss bei Inanspruchnahme der Testung ein entsprechendes Zeugnis vorlegen. Aus dem Zeugnis muss die Überzeugung der ausstellenden ärztlichen Person oder der ausstellenden Stelle hervorgehen, dass eine medizinische Kontraindikation gegen eine Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2 besteht. Außerdem müssen der Name, die Anschrift und das Geburtsdatum der getesteten Person sowie die Identität der Person oder Stelle, die das ärztliche Zeugnis ausgestellt hat, enthalten sein. Die Angabe einer Diagnose ist nicht erforderlich. Der Mutterpass kann als ärztliches Zeugnis zum Nachweis einer Schwangerschaft verwendet werden.
  • Studierende, bei denen eine Schutzimpfung mit anderen als den vom Paul-Ehrlich-Institut im Internet unter der Adresse www.pei.de/impfstoffe/covid-19 genannten Impfstoffen erfolgt ist, können ihre Anspruchsberechtigung durch die Vorlage ihrer Studienbescheinigung und ihres Impfausweises nachweisen.
  • Teilnehmende an Impfwirksamkeitsstudien können sich von den Verantwortlichen der Studien einen entsprechenden Teilnahme-Nachweis ausstellen lassen.

Kostenpflichtige Schnelltests sollen Leute zum Impfen bewegen

Der Wegfall der kostenlosen Tests soll auch dazu dienen, dass sich noch mehr Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. So betonte auch Minister Lucha nochmal: „An alle anderen richtet sich mein Appell: Lassen Sie sich impfen, das ist der einzige langfristige Weg aus der Pandemie.“ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gelten rund sieben Millionen Menschen in Baden-Württemberg als vollständig geimpft. Das sind knapp zwei Drittel der Bevölkerung. Mehr als die Hälfte der Menschen, die nicht gegen Corona geimpft sind, könnten laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar im Auftrag des Sozialministeriums doch noch zu einer Impfung umgestimmt werden. „33 Prozent der Ungeimpften zögern, 14 Prozent sind unsicher und zwölf Prozent sind impfbereit“, sagte Lucha der „Heilbronner Stimme“ und dem „Südkurier“ (Donnerstag). „Unter allen Befragten haben wir rund zehn Prozent eindeutige Impfgegner.“


Ärztliches Ermessen: Weiterhin kostenlose Corona-Tests in Neukölln

Ab 11.10.21 müssen fast alle Bürger in Deutschland für einen Corona-Schnelltest in die eigene Tasche greifen. Das kann dann je nach Anbieter um die 12 Euro kosten. Neuköllns Amtsarzt Nicolai Savaskan aber will Tests weiterhin auch gebührenfrei anbieten. Behörden sollten nicht gängeln, findet er. Der Amtsarzt möchte an gebührenfreien Angeboten festhalten. Im Testzentrum seines Bezirks werde es nach dem 11. Oktober kostenlose Schnelltests nach ärztlichem Ermessen geben, sagte Savaskan der Deutschen Presse-Agentur. Zu den Kriterien zähle dann zum Beispiel auch nachgewiesene Bedürftigkeit.