Wenig soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten, dafür mehr Homeoffice und Corona-Tests. Heute auf den Tag hat uns die Corona-Pandemie und das Coronavirus in Deutschland seit fast zwei Jahren im Griff. Am 27. Januar 2020 wurde der erste Fall gemeldet. Und der Griff wird aktuell auch nicht lockerer. Im Gegenteil: Die Corona-Zahlen zu Neuinfektionen und die Inzidenzwerte sind am 27. Januar 2022 auf Rekordniveau.
  • Wie hoch sind die Coronazahlen heute zwei Jahre nach Pandemiebeginn?
  • Wo wurde der erste Coronafall in Deutschland gemeldet?
  • Wie entwickelt sich die Pandemie aktuell?

Zwei Jahre Pandemie: Höchstwerte der Corona-Zahlen in Deutschland

Es ist noch immer keine Entspannung in Sicht: Exakt zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland befindet sich die Zahl der Neuinfektionen auf einem Rekordniveau. Dem Robert Koch-Institut wurde nach Angaben vom Donnerstagmorgen binnen eines Tages 203.136 Neuinfektionen übermittelt, so viele wie nie zuvor. Die Sieben-Tages-Inzidenz, also die Ansteckungen je 100.000 Einwohner und Woche, kletterte auf den Rekordwert von 1017,4. Hier alle aktuellen Coronazahlen zu Impfungen, Todesfällen, Inzidenzverläufen und mehr:

Erster Corona-Fall in Bayern vor zwei Jahren – die Hintergründe

Heute vor zwei Jahren, am 27. Januar 2020, war bei einem Mann aus Bayern erstmals das Coronavirus hierzulande bestätigt wurden. Seitdem wurden mehr als neun Millionen Infektionen registriert, mehr als 117.000 starben an oder unter Beteiligung einer Infektion. Seit Ende Dezember 2020 werden Impfungen gegen das Coronavirus vorgenommen.
Gut drei Viertel der Bevölkerung haben mindestens eine Dosis erhalten, geringfügig weniger haben den vollständigen Grundschutz und gut die Hälfte eine Auffrischungsimpfung.

Corona-Pandemie Chronologie: Von der ersten Infektion binnen zwei Jahren zu 117.000 Corona-Toten

Mehr als 117.000 Menschen sind in Deutschland in zwei Jahren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben. Die Zahl der Neuinfektionen erreicht wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante derzeit jeden Tag neue Höchststände. Wichtige Daten zum bisherigen Verlauf der Pandemie hat die Presseagentur AFP zusammengefasst:
  • 27. Januar 2020: Das ursprünglich in Wuhan in China aufgetauchte Coronavirus erreicht Deutschland. Beim Automobilzulieferer Webasto steckt sich ein Mitarbeiter bei einer Kollegin aus China an, die zu einer Schulung in Bayern war.
  • 26. Februar 2020: Erstmals werden Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gemeldet. In Nordrhein-Westfalen ist die Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg besonders stark betroffen. Dort breitete sich das Virus nach einer Karnevalssitzung am 15. Februar aus. Bis Anfang März werden auch aus den meisten anderen Bundesländern Fälle gemeldet.
  • 8. März 2020: Erstmals wird der Tod eines Deutschen bekannt, ein 60-jähriger deutscher Tourist stirbt kurz nach seiner Einreise in Ägypten. Nur einen Tag später werden aus Nordrhein-Westfalen die ersten beiden Corona-Todesfälle in Deutschland gemeldet.
  • 11. März 2020: Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich erstmals zur Corona-Krise. Sie mahnt zur Solidarität untereinander und verteidigt die ersten Maßnahmen der Regierung, darunter das Aus für Großveranstaltungen.
  • 16. März 2020: Deutschland schließt teilweise seine Grenzen. Bundesweit findet an den Schulen kein Unterricht mehr statt.
  • 22. März 2020: Der erste Lockdown in Deutschland ist beschlossen. Bund und Länder vereinbaren ein in der Nachkriegszeit beispielloses weitreichendes Kontaktverbot. Bundesweit werden Gaststätten, Friseure, Kosmetikstudios und ähnliche Betriebe geschlossen.
  • 25. März 2020: Der Bundestag stellt die epidemische Lage von nationaler Tragweite fest. Damit bekommt der Bund besondere Befugnisse nach dem Infektionsschutzgesetz, etwa zum Erlass von Rechtsverordnungen. Die epidemische Notlage wird letztmals im August 2021 für drei Monate verlängert und läuft im November 2021 aus.
  • 27. April 2020: Die Maskenpflicht wird eingeführt. Sie gilt zunächst im Nahverkehr und bald auch in Geschäften. Zunächst reicht eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung, auch Schals sind erlaubt.
  • 2. Mai 2020: Sachsen-Anhalt lockert als erstes Bundesland die strikten Kontaktbeschränkungen. Nach und nach ziehen weitere Bundesländer nach.
  • 16. Mai 2020:Die unterbrochene Saison der Fußballbundesliga wird fortgesetzt.
  • September 2020: Nach einem Sommer mit geringen Neuinfektionen baut sich nach den Sommerurlauben die zweite Corona-Welle auf.
  • 2. November 2020: Mit einem „Lockdown light“ wollen Bundesregierung und Ministerpräsidenten die Lage in den Griff bekommen. Gastronomie und Tourismus schließen, Schulen und Geschäfte bleiben aber diesmal offen.
  • 9. November 2020: Das Mainzer Startup Biontech und der US-Konzern Pfizer melden einen Durchbruch bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs.
  • 15. Dezember 2020: Da der Teillockdown die Pandemie nicht bremsen kann, gilt ab Mitte Dezember ein harter Lockdown. Geschäfte müssen schließen, private Reisen werden verboten, für Weihnachten und Silvester Kontaktbeschränkungen beschlossen.
  • 26. Dezember 2020: Die 101 Jahre alte Edith Kwoizalla bekommt in einem Heim in Halberstadt in Sachsen-Anhalt die erste Corona-Impfung in Deutschland. Der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verspricht, dass jeder Deutsche bis zum Sommer ein Impfangebot bekommt.
  • 14. Januar 2021: Die Behörden melden 1244 Corona-Tote an einem Tag, der bis heute gültige Höchstwert.
  • Mitte Februar 2021: Infolge des harten Lockdowns ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen bis Mitte Februar rückläufig. Doch von nun an stagniert der Rückgang. Grund ist die auch als britische Mutante bekannte B117-Variante des Coronavirus, später als Alpha bezeichnet. Diese ist deutlich ansteckender.
  • 7. Juli 2021: Seit Juni dominiert nach RKI-Angaben die noch ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus das Infektionsgeschehen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei nur fünf - Experten warnen aber vor einer Trendumkehr.
  • 20. August 2021: Nach RKI-Lagebericht hat die vierte Welle der Corona-Pandemie begonnen, die Zahlen steigen deutlich schneller als im Sommer 2020. Gesundheitsminister Spahn plädiert für Boosterimpfungen für alle Deutschen.
  • 18. November 2021: Es gibt 65.371 Corona-Neuinfektionen an einem Tag - die höchste Zahl seit Pandemiebeginn. Die Ministerpräsidentenkonferenz und Bundeskanzlerin Merkel erklären nun die Hospitalisierungsinzidenz zum entscheidenden Maßstab für Maßnahmen.
  • 25. November 2021: Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland steigt auf 100.119.
  • 7. Januar 2022: Die zunächst in Südafrika festgestellte Omikron-Variante dominiert seit der ersten Januarwoche auch in Deutschland. Sie ist viel ansteckender als alle vorherigen Varianten, gleichzeitig scheint sie aber weniger gefährlich zu sein.
  • 27. Januar 2022: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland erreicht mit 1017,4 einen Höchstwert, die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden mit 203.136 ebenfalls. Gut die Hälfte der Deutschen ist inzwischen geboostert.

Aktuelle Entwicklung der Corona-Lage durch Omikron kritisch

Die hochinfektiöse Omikron-Variante, die aber meist zu milderen Krankheitsverläufen führt, hat in den vergangenen Wochen die Infektionszahlen explodieren lassen. Das führt nun auch zu Personalengpässen in der medizinischen Versorgung. „Je stärker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorübergehend krankheitsbedingt schließen müssen“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, betonte in den Funke-Zeitungen ebenfalls, medizinisches Personal könne knapp werden. „Die Quarantäne wird zum Problem werden in den kommenden Wochen“, sagte Gassen.
Heftig debattiert wird, ob es eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland geben soll. Im Bundestag berieten dazu am Mittwoch die Abgeordneten in einer „Orientierungsdebatte“ frei von Fraktionszwängen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigte die Impfpflicht am Mittwochabend im ZDF-„heute journal“ und betonte, es handele sich um eine ethische Debatte.
Deshalb sprach Lauterbach im Parlament auch nicht als Minister, sondern als Abgeordneter. Ein Impfregister hält Lauterbach nicht für nötig und hinderlich, da eine Einführung zu lange dauern würde.
Neuigkeiten zur fünften Welle der Corona-Pandemie, Omikron und aktuelle Bestimmungen gibt es in unserem Liveticker.