Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich für eine zweite Corona-Auffrischimpfung für gesundheitlich besonders gefährdete und exponierte Gruppen aus. Das teilte das Expertengremium am Donnerstag mit.
Für Menschen ab 70 Jahren, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche sowie Beschäftigte in medizinischen und Pflegeeinrichtungen soll es eine zweite Booster-Impfung geben. Ein Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, Änderungen seien noch möglich. Deshalb handelt es sich noch nicht um die finale Stiko-Empfehlung.
Bei gesundheitlich gefährdeten Menschen solle die vierte Impfung frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischimpfung erfolgen, Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen solle den zweiten Booster frühestens nach sechs Monaten erhalten, heißt es.

Cottbus / Frankfurt (Oder)

Schwindender Infektionsschutz nach erster Auffrischungsimpfung binnen weniger Monate

Das Gremium begründete die Entscheidung damit, dass aktuelle Daten einen schwindenden Infektionsschutz nach der ersten Auffrischimpfung gegen die Omikron-Variante binnen wenigen Monaten zeigten. Das sei besonders für Menschen ab 70 und Menschen mit Immunschwäche ein Risiko. Der zweite Booster solle nun den Schutz verbessern.
Für Menschen, die nach der ersten Auffrischimpfung eine Corona-Infektion durchgemacht hätten, wird aber kein weiterer Booster empfohlen. Die Stiko geht beim zweiten Booster von einer ähnlichen Verträglichkeit aus wie beim ersten. Das Gremium erklärte aber auch, „dass die Datenlage zur Effektivität und zur Sicherheit einer zweiten Auffrischimpfung noch limitiert ist“.

Stiko befürwortet Einsatz von Proteinimpfstoff von Novavax

Zudem befürwortet die Stiko den Einsatz des Coronaimpfstoffs von Novavax für Menschen ab 18. Der Proteinimpfstoff mit dem Namen Nuvaxovid solle zur Grundimmunisierung mit zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen eingesetzt werden. Das teilte das Expertengremium am Donnerstag auch noch mit. Das Präparat enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen.
Bei dem Präparat Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax, das seit Ende Dezember 2021 in der EU zugelassen ist, handelt es sich – anders als bei den anderen zugelassenen Vakzinen – um einen Proteinimpfstoff mit einem Wirkverstärker. „In den Zulassungsstudien zeigte der Impfstoff eine mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbare Wirksamkeit“, erklärte die Stiko weiter. Zur klinischen Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante könnten aber noch keine Aussagen getroffen werden.