Boris Johnson ist seit 2019 der Premierminister von Großbritannien. Davor war er der Bürgermeister der englischen Hauptstadt London. Dass er Ambitionen auf das höchste politische Amt im Königreich hatte, war schon lange bekannt. Mit seiner streng konservativen Politik ist er jedoch höchst umstritten. Seine Amtszeit ist von Skandalen geprägt - der Druck wächst.
Wer ist Boris Johnson privat? Wo wurde er geboren, wie war sein Lebenslauf? Wie viele Kinder hat er? Alle wichtigen Infos gibt es hier.

Geburtsort, Alter, Frau und Kinder - das ist Boris Johnson

  • Name: Alexander Boris de Pfeffel Johnson
  • Geburtstag: 19. Juni 1964
  • Alter: 58
  • Geburtsort: New York, USA
  • Wohnort: London, Großrbitannien
  • Eltern: Stanley Johnson und Charlotte Fawcett
  • Geschwister: Rachel Johnson, Jo Johnson, Leo Johnson, Julia Johnson (Halbschwester), Maximilian Johnson (Halbbruder)
  • Ehefrauen: Allegra Mostyn-Owen (bis 1993), Marina Wheeler (bis 2020), Carrie Symonds (seit 2021)
  • Kinder: sieben - Lara, Milo, Cassia, Theodore, Stephenie, Wilfred, Romy
  • Partei: Konservative Partei (Tories)
  • Vermögen: Sein genaues Vermögen ist nicht bekannt. Sein Gehalt als Premierminister beträgt 220.000 Dollar/Jahr. Sein gesamtes Vermögen wird auf etwa 2 Millionen Dollar geschätzt.

Boris Johnson privat: Frau, Kinder, Familie

Boris Johnson hat einen ungewöhnlichen Namen: Eigentlich heißt er Alexander Boris de Pfeffel Johnson. 1964 kam er als Sohn des ehemaligen Politikers Stanely Johnson und der Künstlerin Charlotte Fawcett in New York zur Welt. Das Paar war zeitweise in den USA, weil Johnsons Vater dort studierte. Als Boris Johnson noch ein Baby war, zogen sie zurück nach Großbritannien. Boris Johnson hat drei jüngere Geschwister: Rachel, Leo und Joseph, denen er als Kind sehr nahe stand. Nachdem die Ehe der Eltern 1980 in einer Scheidung endete, heiratete sein Vater 1981 erneut. Mit seiner neuen Ehefrau, Jennifer Kidd, hatte er zwei weitere Kinder: Julia und Maximilian, die Halbgeschwister von Boris Johnson.
Boris Johnson hat die Eliteschule Eton College besucht. Dort ließ er sich zum ersten Mal unter seinem Zweitnamen „Boris“ einschreiben - weshalb seine eigentlicher Vorname Alexander wenigen bekannt ist. Später ging er dann an die Oxford University, wo er Klassizistik studiert hat. Nach der Uni wurde er Journalist. Diesen Beruf übte er zwischen 1987 und 2004 aus. Als Journalist schrieb er häufig über die Europäische Union - wobei er häufig Unwahrheiten und Lügen verbreitete, da er schon damals gegen die EU war. Heute ist er vor allem dafür bekannt, dass er einen harten Brexit-Kurs in Großbritannien durchsetzte.
Boris Johnson hat 1987 seine erste Ehefrau Allegra Mostyn-Owen geheiratet. 1990 hat Allegra die Ehe verlassen. 1993 wurden sie geschieden. Zwölf Tage später, am 8. Mai 1993, heiratete Boris Johnson seine bereits schwangere Freundin Marina Wheeler. Wheeler war ebenfalls Journalistin, wo sie Boris Johnson kennenlernte. Am 12. Juni 1993 kam ihre Tochter Lara zur Welt. Boris Johnson und Marina Wheeler waren 25 Jahre lang zusammen. Gemeinsam hatten sie vier Kinder: Lara, Milo, Cassia und Theodore.
Zwischen 2000 und 2004 hatte Boris Johnson eine außereheliche Affäre mit der Journalistin Patronella Wyatt. Wie später bekannt wurde, wurde Wyatt schwanger. Die Schwangerschaft hat sie abgebrochen.
2009 wurde Boris Johnson Vater einer Tochter, Stephanie, die er in einer außerehelichen Affäre mit der Kunstberaterin Helen Macintyre hatte. Johnson klagte zunächst gegen die Berichterstattung über diese Tochter - das Gericht entschied jedoch, dass es im öffentlichen Interesse war, über Johnsons „rücksichtsloses“ Verhalten aufgeklärt zu sein.
2018 gaben Boris Johnson und Marina Wheeler bekannt, dass sie sich getrennt hatten. 2020 waren sie geschieden. 2019 begann Boris Johnson eine Beziehung mit Carrie Symonds. Im April 2020 bekamen sie einen Sohn, Wilfred. Im Mai 2021 hat das Paar geheiratet. Am 9. Dezember 2021 kam die Tochter des Paares, Romy, zur Welt.
Boris Johnson und Carrie Symonds haben 2021 geheiratet.
Boris Johnson und Carrie Symonds haben 2021 geheiratet.
© Foto: dpa
Weitere außereheliche Affären von Johnson sind bekannt. So soll er mit Jennifer Arcuri zwischnen 2012 und 2016 eine Affäre gehabt haben. In den frühen 2000er-Jahren soll er mit Anna Fazackerley eine Affäre gehabt haben.

Boris Johnson heute: Skandale führen zu Rücktritt-Forderungen

Nach dem Rücktritt zweier wichtiger Minister sehen britische Zeitungen den konservativen Premierminister Boris Johnson vor dem Aus. Der Regierungschef stehe nach knapp drei Jahren Amtszeit am Abgrund, titelten gleich mehrere Blätter. Johnsons Zukunft hänge an seidenem Faden, schrieb die Zeitung „Telegraph“. Die konservative „Times“ forderte in ihrem Leitartikel den Premierminister auf, zum Wohle des Landes zurückzutreten - „Game over“, das Spiel sei aus. „Jeder Tag, den er im Amt bleibt, verstärkt das Chaos“, so die „Times“. Johnson habe keine Autorität mehr.
Die konservative Regierung steckt derzeit in einer schweren Krise. Am 5. Juli traten sowohl Finanzminister Rishi Sunak als auch Gesundheitsminister Sajid Javid zurück. Beide verbanden dies mit Vorwürfen gegen den Partei- und Regierungschef, den Ruf der Konservativen zu beschädigen. Auch andere Abgeordnete legten Regierungsämter nieder. Die meisten Kabinettsmitglieder bekannten sich allerdings zu Johnson. Der 58-Jährige ist seit Juli 2019 im Amt und hat schon mehrere Skandale hinter sich.
Auslöser der neuen Regierungskrise war, dass Johnson den konservativen Abgeordneten Chris Pincher in ein wichtiges Fraktionsamt hievte, obwohl ihm Vorwürfe der sexuellen Belästigung bekannt waren. Vorige Woche trat Pincher zurück, weil er betrunken zwei Männer begrapschte. Die Tories sind nun in offenem Aufruhr. Der Regierungschef will jedoch weitermachen. Nur Stunden nach den Rücktritten berief er zwei Getreue als Minister.
Der Regierungschef hatte sich im Zusammenhang mit der Partygate-Affäre kürzlich einem Misstrauensvotum in der eigenen Fraktion stellen müssen. Obwohl er die Abstimmung überstand, gilt er seitdem als angezählt. Den Regeln zufolge darf ein weiteres Misstrauensvotum frühestens nach zwölf Monaten stattfinden. Es gibt Spekulationen, dass dies geändert werden könnte. Auch weitere Rücktritte aus dem Kabinett oder Abstimmungsniederlagen im Unterhaus könnten Johnson aus dem Amt zwingen.
Experten rechnen damit, dass der K.o.-Schlag spätestens nach der Sommerpause kommen dürfte, wenn das Ergebnis einer parlamentarischen Untersuchung erwartet wird. Ein Ausschuss prüft derzeit, ob Johnson das Unterhaus in der Partygate-Affäre absichtlich in die Irre führte. Der Premier hatte behauptet, es habe keine Partys während der Pandemie im Regierungssitz gegeben. Die Polizei sah das anders und stellte ihm sogar selbst einen Strafbescheid aus, weil er bei einer Party dabei war.