Während in Thüringen die Corona-Zahlen zulezt stark gestiegen sind und immer mehr Krankenhäuser vor einer Überlastung drohen, ruft die Landesregierung zu Auffrischungsimpfungen auf. Denn die Booster-Impfung soll die 4. Corona-Welle brechen. Seit 1. November können sich in Thüringen grundsätzlich alle Bürgerinnen und Bürger noch ein drittes Mal gegen Corona impfen lassen.
Nach Ansicht von Forschenden bringt die dritte Corona-Impfung auch mehr, als erwartet: „Die Boosterimpfungen katapultieren den Impfschutz erneut deutlich nach oben“, erklärte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Der Schutz vor einem schweren Verlauf sei nach vorliegenden Daten sogar effektiver als der kurz nach der zweiten Impfung.
  • Wo gibt es die dritte Impfung in Thüringen?
  • Muss ich einen Termin buchen?
  • Gibt es einen Impfnachweis für die dritte Impfung?

Booster in Thüringen: Hier gibt es die 3. Impfung

Seit November gilt in den Thüringer Impfstellen keine Altersbegrenzung mehr für Booster-Impfungen. Außerdem werden die Fristen verkürzt. Wer mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) oder dem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurde, kann nun bereits fünf Monate nach Abschluss der vollständigen Impfserie die dritte Impfung erhalten. Bei einer Impfung mit dem Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson beträgt diese Frist nur vier Wochen. Terminvereinbarungen in Thüringen sind über das Portal www.impfen-thueringen.de möglich.
Hier werden für die nächsten Tage freie Termine in folgenden Impstellen angezeigt:
  • Apolda
  • Arnstadt
  • Bad Frankenhausen
  • Bad Langensalza
  • Bad Salzungen
  • Erfurt
  • Eisenach
  • Gera
  • Greiz
  • Hildburghausen
  • Ilmenau
  • Jena
  • Leinefelde
  • Meiningen
  • Mühlhausen
  • Nordhausen
  • Pößneck
  • Rudolstadt
  • Schmalkalden
  • Schmölln
  • Sonneberg
  • Suhl
  • Weimar
Interessierte können ihren Impftermin in einer Impfstelle oder einem Impfzentrum auch telefonisch vereinbaren: 03643/4950490. Erreichbarkeit: Montag, Dienstag, Donnerstag jeweils 8-17 Uhr, Mittwoch, Freitag jeweils 8-12 Uhr.
Aktuelle Impftermine in Erfurt gibt es auf der Internetseite der Stadt.

Impfen ohne Termin in Thüringen

Es gibt in Thüringen auch zahlreiche Möglichkeiten, sich ohne Termin impfen zu lassen. Im Internet gibt es eine Übersicht zu den geplanten Aktionen an den folgenden Tagen. Die Infos gibt es mit Angaben von Datum, Uhrzeit, Ort der Impfung und dem verwendeten Impfstoff auf dieser Internetseite.

Dritte Impfung: So funktioniert der Nachweis im digitalen Impfpass

Auffrischungsimpfungen können im digitalen Impfnachweis angezeigt werden. Die Dokumentation der Auffrischungsimpfung läuft genauso ab, wie bei Erst-, Zweit- oder Booster-Impfungen nach einer Genesung. Das heißt, nach Erhalten der Booster-Impfung wird ein QR-Code ausgeteilt, den man in die Corona-Warn-App oder die CovPass-App einscannen kann. In Apotheken kann nachträglich ein digitaler Impfnachweis ausgestellt werden.
Die Auffrischungsimpfungen, die seit September 2021 angeboten werden, stellen eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme dar. Ein bisher erreichter Status eines vollständigen Impfschutzes nach nationalen Regelungen gilt derzeit weiterhin fort. Die Gültigkeitsdauer von europäischen (EU)-Impfzertifikaten bleibt von dem Angebot einer Auffrischungsimpfung unberührt.

Booster Impfung Corona: Alles Wichtige zum Antikörpertest vorab

Während die Rufe nach einer dritten Impfung gegen das Coronavirus immer lauter werden, fragen sich viele: Brauche ich diese überhaupt? Habe ich nicht eventuell noch genug Antikörper von der 2. Dosis? Sollte ich deshalb einen Antikörpertest machen, ehe ich die Booster-Impfung erhalte? Alle Infos zur Notwendigkeit eines Antikörpertests vor einer 3. Impfung lest ihr im folgenden Artikel:
Der Virologe Christian Drosten erwartet in der Corona-Pandemie „einen sehr anstrengenden Winter“ und hält auch neue Kontaktbeschränkungen für denkbar. „Wir haben jetzt im Moment eine echte Notfallsituation“, sagte der Leiter der Virologie in der Berliner Charité angesichts der Lage auf den Intensivstationen im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. „Wir müssen jetzt sofort etwas machen.“
Man könne statt auf Kontaktbegrenzungen auf die Boosterimpfungen setzen, sagte Drosten. „Das ist etwas woran ich auch wirklich glaube.“ Allerdings gehe das nicht so schnell. Zuerst müsse man die Ältesten zum dritten Mal impfen, um Todesfälle zu verhindern. Bei jüngeren Menschen sei der Booster „ein Rettungsanker für den Übertragungsschutz“. Langfristig müsse das „ideelle Ziel“ sein: „eine dreifach komplett durchgeimpfte Bevölkerung“.

Moderna statt Biontech? Darum gibt es Streit um die Booster-Impfung

Das Bundesgesundheitsministerium hat mit der Ankündigung, beim Biontech-Impfstoff „Höchstbestellmengen“ einzuführen, damit eingelagerte Moderna-Dosen vor dem Verfall verimpft werden, viel Kritik auf sich gezogen. Die Arztpraxen befürchten das nächste Durcheinander und Verzögerungen bei den Booster-Impfungen, die gerade Fahrt aufgenommen haben. Für Menschen, die ihre Auffrischungsimpfung schon gebucht haben, stellen sich ebenfalls Fragen. Ein Überblick:

Wie kommt es überhaupt zu dem Streit?

Deutschland hat dem Bundesgesundheitsministerium zufolge 16 Millionen Dosen Moderna auf Lager. Von den Ländern wird demnach momentan aber zu 90 Prozent Biontech bestellt. Die Lager leerten sich. Ab Mitte des ersten Quartals drohen dagegen eingelagerte Moderna-Dosen zu verfallen. „Es muss unser gemeinsames Anliegen sein, dies mit allen Mitteln zu verhindern“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an die Länder. Praxen und Impfzentren sollen nun zunächst nur noch bestimmte Mengen Biontech bestellen dürfen, damit Moderna „vermehrt zum Einsatz“ kommt. Insgesamt, so betont das Ministerium, sei „genug Impfstoff für alle da.“

Und Moderna als Booster?

Dazu gibt es bislang nur erste Hinweise. Es deutet sich an, dass Moderna hier mindestens genauso effektiv ist wie Biontech. So hat das Gesundheitsministerium Singapurs vor einigen Tagen die Ergebnisse eines Vergleichs veröffentlicht, bei dem alle Personen die Grundimmunisierung mit Biontech hatten. Wurden diese auch beim dritten Mal damit geimpft, ergab sich eine Reduzierung des Infektionsrisikos von 62 Prozent. Bekamen sie Moderna, lag sie bei 72 Prozent.

Was sagen Wissenschaftler zur Kombination von Impfstoffen?

Für die Auffrischungsimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) generell einen mRNA-Impfstoff, auch wenn man vorher einen anderen bekommen hat. Wenn möglich, soll es beim Boostern derselbe mRNA-Wirkstoff sein wie bei der Grundimmunisierung, schreibt das Robert Koch-Institut. Wenn dieser nicht verfügbar sei, könne auch der jeweils andere eingesetzt werden. Lediglich für Personen unter 30 Jahren empfiehlt die Stiko ausschließlich den Biontech-Impfstoff, weil in dieser Altersgruppe beim Moderna-Impfstoff das Risiko für bestimmte Herzentzündungen leicht erhöht ist. Die Experten haben also grundsätzlich keine Bedenken hinsichtlich eines möglichen Wechsels. „Ich halte das für völlig unproblematisch“, sagt auch der Infektiologe Leif Erik Sander von der Berliner Charité. Es gebe sogar Studien, die zum Ergebnis kämen, dass die Kombination verschiedener Impfstoffe immunologisch günstig sei. „Man sollte einfach das nehmen, was da ist.“