Steigende Corona-Zahlen und immer mehr Rufe nach flächendeckenden Drittimpfungen: Deutschland befindet sich im zweiten Winter in Folge in einer angespannten Corona-Situation. Um Impfdurchbrüchen vorzubeugen und die Schutzwirkung der Corona-Impfung zu erhöhen, haben sich die Gesundheitsminister der Länder darauf geeinigt, die Booster-Impfung für alle in Deutschland freizugeben. Die zweite Dosis des Corona-Impfstoffs muss lediglich vor mehr als sechs Monate gespritzt worden sein. Ist dieses Kriterium erfüllt, kann man sich in Deutschland die 3. Impfung geben lassen.

Antikörpertest: Brauche ich überhaupt eine Booster-Impfung?

Ob eine Auffrischungsimpfung aber tatsächlich notwendig ist, selbst wenn die letzte Impfung länger als sechs Monate zurückliegt, fragen sich derzeit viele, die vor der Entscheidung für oder gegen eine Booster-Impfung stehen. Denn viele nehmen an, dass es im Fall einer hohen Zahl an Antikörpern auch noch länger als sechs Monate nach der 2. Impfung keine Booster-Impfung bräuchte. Deswegen könne ein Antikörpertest Klarheit bringen, ob es die dritte Dosis überhaupt bräuchte. Das Bundesgesundheitsministerium (BGM) und Experten sehen das anders. Laut BGM ist kein Antikörpertest vor der Auffrischungsimpfung notwendig. Denn: Bisher gibt es keinen Grenzwert, an dem abgelesen werden könnte, dass diese Antikörperkonzentration ausreichend vor dem Coronavirus schützt. Nach dem BGM ist „die Kenntnis, ob und wie viele Antikörper man gegen Corona hat, für die Entscheidung über eine Auffrischungsimpfung nicht erforderlich.“

Antikörpertest nicht notwendig vor der Booster-Impfung

Derzeit werden weltweit Studien durchgeführt, um solche Grenzwerte zu ermitteln. Es gibt folglich noch keine Belege dafür, dass viele Antikörper besonders gut schützen. Erst wenn es Erkenntnisse zu einem möglichen Schwellenwert an Antikörpern gibt, kann ein Antikörpertest vor einer dritten Impfung relevant werden. „Es muss also kein Antikörpertest vor einer Auffrischungsimpfung durchgeführt werden“, informiert das BGM abschließend auf seiner Website Zusammen gegen Corona.

Booster Imfpung gegen Corona: Viele Antikörper und dann eine dritte Dosis – ist das gefährlich?

Es gibt keine Hinweise und Studienergebnisse darauf, dass eine Impfung gefährlich ist, wenn eine Person eine hohe Antikörperkonzentration im Blut aufweist, heißt es weiter auf der Website des BGM. Jemand, der wenig Antikörper im Blut hat, kann darüber hinaus trotzdem gegen das Virus geschützt sein – denn das Immunsystem des Menschen wehrt sich nicht allein über Antikörper gegen Viren. Auch die zelluläre Abwehr durch aktivierte T-Zellen spielt bei der Immunantwort gegen Viren eine Rolle.