• Das ist der aktuelle Stand bei den Impfungen in Deutschland.
  • Eine Studie der Universität Oxford macht Hoffnung: Hilft ein handelsübliches Asthmaspray bei der Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe mit dem Coronavirus?
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach setzt große Hoffnung in das Asthmaspray Budesonid

Hilft das Asthmaspray Budesonid gegen schwere Krankheitsverläufe bei einer Corona-Infektion?

Im Kampf gegen das Coronavirus könnte einer Studie der Universität Oxford zufolge das handelsübliche Asthmaspray Budesonid schwerer Krankheitsverläufe verhindern. Auch das Risiko für Langzeitfolgen nach einer Infektion, Long Covid genannt, könnte gemindert werden. Die Untersuchung wurde im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht.
Der Studie nach wurde die Häufigkeit von schweren Krankheitsverläufen durch die Inhalation von Budenosid zwei Mal pro Tag um 90 Prozent gesenkt. Bei einer Covid-19-Infektion mit weniger schweren Symptomen litten die Patientinnen und Patienten deutlich kürzer.

Asthmaspray Budesonid gegen Corona - Karl Lauterbach ist von Wirksamkeit begeistert

Auf Twitter zeigt sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach von der Studie überzeugt und schreibt von einem "Game Changer". Das Asthmaspray könne auch von Hausärzten zur frühen Behandlung von Covid-19 verwendet werden.

Studie: Wie wirkt das Asthmaspray Budesonid?

Der Ausgangspunkt der Studie war, dass Asthmapatienten oft gut mit einer Coronavirus-Infektion klarkommen. Vermutet wurde, dass das anti-entzündlich wirkende Asthmaspray einen schweren Verlauf verhindern kann. Dies wurde jetzt bestätigt.
Für die Untersuchung waren die Fälle von 146 Patientinnen und Patienten untersucht worden, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus unter leichten Symptomen litten. Sieben Tage lang wurde einer Gruppe das Asthmaspray Budenosid durch zweimal tägliches Inhalieren verabreicht. Der Kontrollgruppe hingegen nicht.
In der mit Budesonid behandelten Gruppe musste nur ein Patient zur Notaufnahme der Klinik mit anschließender Behandlung im Krankenhaus - gegenüber 10 Patienten in der Kontrollgruppe, so das Ergebnis der Studie.
In China seien in einer Studie ähnliche Erkenntnisse gewonnen worden, so das Ärzteblatt.

Budesonid-Patienten mit leichten Symptomen nach Corona-Infektionen ging es schneller besser

Zu den konkreten Ergebnissen: Aus der Gruppe, die nicht mit Budesonid behandelt wurde, mussten einem Bericht von „NTV“ zufolge elf Teilnehmer wegen der Schwere des Verlaufs ihrer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden (15 Prozent), aus der Budesonid-Gruppe wurden demnach lediglich zwei Teilnehmer klinisch behandelt (drei Prozent). Außerdem war in der Budesonid-Gruppe der Anteil der Patienten mit Fieber und derer, die mit fiebersenkenden Mitteln behandelt werden mussten, niedriger. Das Arzneimittel reduzierte das relative Risiko für einen schweren Verlauf demnach um 90 Prozent.
Darüber hinaus, so steht in dem NTV-Bericht, hätten sich die Budesonid-Patienten schneller wieder erholt als die Erkrankten, die die Standardtherapie erhielten. Den Selbstauskünften zufolge ging es ihnen bereits nach sieben Tagen wieder besser, die nicht mit dem Asthmaspray behandelten Patienten gaben acht Tage an. Sieben Patienten aus der Budesonid-Gruppe berichteten 14 Tage nach Beginn der Symptome noch über Beschwerden, in der Vergleichsgruppe waren es 21.

Studie zu Budesonid: Asthmaspray hemmt Vermehrung von Erkältungsviren

Seit vielen Jahren sei bekannt, dass "inhalierte Glukokortikoide eine Verschlimmerung von Asthma durch Virusinfektionen verringern können", fassen die Autoren ihre Erkenntnisse zusammen. Zudem sei in Laborversuchen nachgewiesen worden, dass Budesonid die Vermehrung von Erkältungsviren hemmen könne. Außerdem hat sich das Glukokortikoid Dexamethason bereits bei sehr schweren Covid-19-Verläufen als Medikament bewährt, um die Sterblichkeitsrate zu senken.
In der Asthmatherapie dienen die Kortikoide vor allem dazu, Entzündungen zu lindern. Durch ein Abschwellen der Schleimhäute haben die behandelten Patienten weniger Luftnot. Diese Wirkungsweise ist nach Ansicht der Forschenden auf die Corona-Infektion übertragbar, die ebenfalls mit heftigen Entzündungsreaktionen der Atemwege einhergeht. Durch die Behandlung mit dem Asthmaspray kann die damit verbundene Atemnot oder gar ein Atemversagen verhindert werden. Die Kortikoide haben nur wenige Nebenwirkungen.

Welches Asthmaspray enthält Budesonid?

Budesonid ist der Markenname eines rezeptpflichtigen Asthmasprays, das nach Verschreibung durch einen Arzt oder eine Ärztin in Apotheken erhältlich ist. Als rezeptpflichtiges Medikament ist es nicht frei erhältlich und sollte nur mit einem medizinischen Grund eingenommen werden.

Viele Fragen im Internet rund um Budesonid

Bisher ist Budesonid vor allem Menschen, die unter Asthma oder Allergien leiden, bekannt. Viele Menschen suchen jetzt aktuell etwa danach, ob das Medikament verschreibungspflichtig sei, wie viel es kostet und wie sich die Wirkung aufbaue.