2G-Zugangsregeln ohne Test gelten bundesweit schon für Gaststätten, Kinos, Theater und viele Geschäfte. Doch nun könnte es für Restaurants, Bars und Kneipen offenbar noch striktere Regeln geben: 2G Plus. Angesichts der wieder ansteigenden Corona-Zahlen und der sich rasch ausbreitenden Omikron-Variante in Deutschland wird der Corona-Gipfel am 7.1.22 neue Regeln von Bund und Ländern für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beschließen.
Eine Neuerung, die laut einer am Donnerstagabend bekanntgewordenen Beschlussvorlage im Gespräch ist: In der Gastronomie soll 2G-Plus bundesweit gelten. Das bedeutet, auch Geimpfte und Genesene brauchen einen Test. Geboosterte werden ausgenommen. Aktuell sind nach Informationen der „Bild“ rund 40 Prozent der Bevölkerung bereits geboostert.
Aus der Beschlussvorlage für den Corona-Gipfel am Freitag, die der Zeitung vorliegt, gehe demnach hervor, dass die Regel ab dem 15. Januar gelten könnte. Allerdings steht das Datum noch zur Debatte.

2G Plus in Restaurants: Schwesig und Dahmen sind dafür

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verwies im „Spiegel“ auf Maßnahmen in ihrem Land, „die wir uns jetzt bundesweit erhoffen, zum Beispiel 2G plus. Also Zutritt zu vielen Innenbereichen nur noch für Geimpfte oder Genesene plus Test.“ 2G-Zugangsregeln ohne extra Test gelten bundesweit schon für Kinos, Theater, Gaststätten und viele Geschäfte. Der Grünen-Experte Janosch Dahmen sagte, die Länder sollten erwägen, Gastronomie, Clubs und Veranstaltungsorte zu schließen. „Wenn sie sich dagegen entscheiden, ist die flächendeckende Einführung von 2G plus das absolute Minimum“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich zunächst zurückhaltend zu konkreten Beschlüssen. Ihm sei lieber, man berate am Freitag und entscheide dann „lieber ein paar Tage später, wenn die wissenschaftliche Basis definitiv besser ist“, sagte er bei „Bild live“. Lauterbach bekräftigte, „eine solide Datenbasis“ sei da.

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, redet im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig spricht sich für 2G Plus in der Gastronomie aus.
Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, redet im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig spricht sich für 2G Plus in der Gastronomie aus.
© Foto: Jens Büttner/DPA

Auch Giffey spricht sich für 2G+ aus

Kurz vor den Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen am Freitag zeigt sich Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) offen für verschärfte Zutrittsregeln in der Gastronomie. Eine „2G-Plus-Regel“ könne einerseits für mehr Sicherheit vor Infektionen sorgen, sagte Giffeys Sprecherin Lisa Frerichs am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Andererseits könnte so gewährleistet werden, dass die Gastronomie offen bleiben kann.“
2G plus könnte nach den Vorstellungen Giffeys bedeuten, dass zu Restaurants oder Gaststätten nur Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt haben, die dann noch eine zusätzliche Voraussetzung erfüllen müssen: Entweder sie sind geboostert, haben also eine Auffrischungsimpfung, oder sie sind getestet. Mit einem solchen Vorgehen würde aus Sicht Giffeys auch ein weiterer Anreiz geschaffen, damit sich Menschen boostern lassen.

Vor der MPK: Diese Regeln könnten beschlossen werden

  • In Innenräumen wird das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen. Das soll ausdrücklich auch beim Einkaufen und im ÖPNV gelten
  • Die Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen: Nur bis zu zehn geimpfte Personen sollen zusammenkommen dürfen
  • Infizierte, die weder geimpft noch genesen sind, können ihre Quarantäne nur mit einem negativen PCR-Test beenden
  • Für Ungeimpfte und Genesene soll außerdem gelten: Wenn sie Kontakt zu einem Infizierten hatten, können sie ihre Quarantäne nur mit einem negativen PCR-Test beenden.
  • Geimpfte müssen sich dagegen grundsätzlich nach sieben Tagen nicht mehr isolieren, sofern ihr Schnelltest negativ ist
  • Nach Kontakt zu Infizierten können Personen aus systemrelevanten Berufen nach fünf Tagen aus der Quarantäne – aber nur mit PCR-Test.
  • Geboosterte oder Personen, deren zweite Impfung weniger als drei Monate zurückliegt, müssen nach Kontakt mit Infizierten nicht in Quarantäne.
  • Kontaktpersonen ohne Symptome sollen die Quarantäne nach sieben Tagen verlassen dürfen. Ungeimpfte brauchen dafür voraussichtlich einen negativen PCR-Test