In Brandenburg wurden im Vorjahr 64 Borreliose-Fälle weniger als im Jahr 2013 registriert. In Sachsen ist die Zahl der Erkrankungen in der ersten Jahreshälfte um 104 Meldungen gesunken.

Im Oberspreewald-Lausitz-Kreis ist der Rückgang besonders deutlich: 55 Fälle 2013 stehen 25 Fällen im Jahr 2014 gegenüber. In Elbe-Elster hat sich im selben Zeitraum die Infektionszahl halbiert - von 30 auf 15. Spree-Neiße bleibt das Sorgenkind: Schon vor zwei Jahren galt das Gebiet mit Oder-Spree und Märkisch-Oderland als stark gefährdet. Im Jahr 2014 ist die Zahl der Borreliose-Fälle um 13 auf 35 gestiegen.

Der mehrheitliche Rückgang der Infektionen hat offensichtlich klimatische Ursachen. Ein warmer Winter bedeutet nicht unbedingt auch eine hohe Zeckenaktivität. "Ich vermute, dass es in diesem Jahr wahrscheinlich weniger Zecken gibt", sagt Michael Kurth, Lehrstuhlvertreter der Professur für spezielle Zoologie und Parasitologie an der Technischen Universität in Dresden. Ein Grund könnte die lange Trockenperiode in den vergangenen Wochen sein. Mitarbeiter des Bundesumweltamtes argumentieren in die gleiche Richtung: "Sollten die Sommer tatsächlich in Zukunft trockener werden, könnte die Gefahr von Zeckenstichen möglicherweise trotz vermehrten Aufenthalts der Menschen in der Natur abnehmen", heißt es in einer Broschüre.

Seit der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes 2001 ist die Lyme-Borreliose, die das Nervensystem, Gelenke und Organe schädigen kann, in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern meldepflichtig.

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