Nach einem Zeitungsbericht will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Ausschuss über die Auflösung des Bombodroms an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern informieren. Dies schließe den Bundeswehrstandort Wittstock ein. Diese Information bestätigte der Ministeriumssprecher allerdings nicht. Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) sagte, ihre Fraktion habe beantragt, dass sich Guttenberg zum Bombodrom vor dem Ausschuss äußern solle. Im Sommer 2009 hatte bereits sein Amtsvorgänger Franz Josef Jung (CDU) auf den Ausbau der Kyritz-Ruppiner Heide zum bundesweit größten Übungsplatz der Luftwaffe verzichtet. "Das heißt aber nicht, dass auch die Bundeswehr abzieht", erläuterte Tackmann. Ein anderweitige militärischen Nutzung sieht das Verteidigungsministerium laut Zeitung für das Gelände in der Kyritz-Ruppiner Heide nicht. Gegen die geplante militärische Nutzung des rund 14 000 Hektar großen, Bombodrom genannten Areals hatte es 17 Jahre lang Protest von Bürgerinitiativen (BI) gegeben. Die BI "Freie Heide" teilte am Dienstag mit, dass "der Wartestand und die Hinhaltetaktik der Bundeswehr um eine mögliche andere militärische Nutzung des Areals endlich beendet" werde, sollte Guttenberg über die Auflösung des Bombodroms informieren. Wenn endgültige Klarheit herrsche, könne die "Investitionsbremse" in der Region gelockert werden, meinte Tackmann. Der Bund müsse Besitzer der Fläche bleiben und auch für die Räumung von Munition und Altlasten aufkommen. Die Politikerin zeigte sich davon überzeugt, dass eine zivile und naturnahe Nutzung der Heide mehr Arbeitsplätze bringe als durch den möglichen Abzug der Bundeswehr wegfielen. "Dass der Tourismus profitieren wird, davon kann man ausgehen." Ebenso wie die Grünen-Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm warnte Tackmann davor, die Fläche zu privatisieren. Behm sprach sich für einen Erhalt der Kyritz-Ruppiner Heide aus. dpa/mb