Der Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation will mehr als 900 Arbeitsplätze in seinen Werken in Bautzen und Görlitz streichen. Das gab Unternehmenssprecher Andreas Dienemann am Donnerstag bekannt. Demnach sollen in Görlitz 700 Arbeitsplätze wegfallen, darunter 500 von Leiharbeitern. In Bautzen stehen 230 Jobs auf der Streichliste, davon sind in 190 Fällen Leiharbeiter betroffen. Dienemann sprach von "keiner leichtfertigen Entscheidung". Aber es gehe um die Zukunft des Werkes in Sachsen. Die Mitarbeiter erfuhren davon auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung.

Jan Otto, IG-Metall-Vorsitzender in Ostsachsen, kündigte "massive Aktionen" an. "Wir werden den Kanadiern zeigen, dass es so nicht geht in Ostsachsen." Am 17. März soll es demnach Proteste an allen Bombardier-Standorten geben. Parallel will die Gewerkschaft mit den Betriebsräten das Konzept der Unternehmensleitung überprüfen und an einer Gegenstrategie arbeiten.

"Das ist eine Kampfansage an die Region. Alle qualifizierten Arbeitskräfte, die wir verlieren werden, kommen nie wieder zurück. In Bayern und Baden-Württemberg finden sie einen neuen Job", sagte der Görlitzer Betriebsratsvorsitzende Volker Schaarschmidt. Schaarschmidt warf dem Unternehmensmanagement Fehler vor. "Wenn man zwei Jahre die Konstruktion ruhen lässt, dann kann man erst zu spät auf kommende Aufträge reagieren."

In der vergangenen Woche hatte Bombardier Transportation angekündigt, in den deutschen Werken 1430 der 10 500 Jobs zu streichen. Am Freitag sollen die Beschäftigten im Werk Hennigsdorf (Oberhavel) über den Stellenabbau informiert werden.