"Wir würden es begrüßen, wenn die ,Schmähkritik' vom Giftschrank wieder in die Mediathek gestellt wird", zitierte "Spiegel online" aus dem Schreiben.

Ein ZDF-Sprecher bestätigte die Existenz des Schreibens am Donnerstag. Er teilte mit, es sei das gute Recht des Redakteursausschusses, diese Meinung zu vertreten. "Das ZDF bleibt aber bei seiner Entscheidung, das umstrittene ,Schmähgedicht' nicht mehr zu verbreiten, weil die Passage nicht den Qualitätsansprüchen und Regularien des ZDF entspricht."

Eine Unterlassungserklärung will Böhmermann indes nicht abgeben. Sein Anwalt Christian Schertz bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des Onlineportals der "Süddeutschen Zeitung". Er habe Erdogans Anwälten mitgeteilt, es sei "offensichtlich übersehen worden, dass das Gedicht nicht solitär verbreitet wurde, sondern in einer Gesamtdarstellung über das, was in Deutschland erlaubt ist und was nicht".

Erdogan hatte Anzeige gegen den Satiriker erstattet.