Der Blick auf die Tiefstwerte in den Nächten lässt die Bauern nämlich zittern. Sie befürchten durch die Minusgrade erhebliche Verluste vor allem an Obstbäumen und Weinreben. Sie wissen: Eine Blüte, die erfroren ist, ist futsch.

Die Not macht erfinderisch. Bundesweit sind Landwirte auf Feldern und Hanglagen sowie in Obstplantagen unterwegs, um ihre Pflanzen zu schützen. Sie entfachen Holz- und Strohfeuer, stellen riesige Kerzen auf oder besprühen Blüten gezielt mit Wasser. Dieses gefriert, die freiwerdende Energie wärmt diese. Stellenweise sind sogar Hubschrauber im Einsatz, um bei bestimmten Lagen warme und kalte Luft auszutauschen.

Auf Feuer setzt auch Gunter Schurig, ein Winzer aus dem Bad Liebenwerdaer Ortsteil Lausitz (Elbe-Elster). Bei ihm und vielen anderen Landwirten in der Region loderten in der Nacht zum Donnerstag Feuer zwischen den Reben und Bäumen.

Der Spargel könnte beim aktuellen Kälteeinbruch wohl noch einmal glimpflich davonkommen. Die Stangen wüchsen nun zwar langsamer, sagt der Geschäftsführer des Verbandes ostdeutscher Spargel- und Beerenanbauer, Jürgen Schulze, in Teltow (Potsdam-Mittelmark). Der Boden habe wegen der relativ hohen Temperaturen zum Saisonbeginn noch genügend Wärme gespeichert, damit die Stangen weiter gedeihen könnten. Inwieweit der Spargel jedoch Schaden nehmen kann, wenn die Spitzen bei Minusgraden die Folie berühren, sei derzeit nicht absehbar.