Der Bundesnachrichtendienst (BND) will Medienberichten zufolge verstärkt die Verschlüsselung im Internet aushebeln und dafür auch bisher unbekannte Sicherheitslücken einkaufen. Die Bundesregierung bestätigte die Zusammenarbeit des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit der französischen Firma Vupen, die auf den Verkauf von Software-Sicherheitslücken an Regierungen spezialisiert ist.

Angeblich will der BND künftig unter ande rem Verbindungen überwachen, die mit der Verschlüsselungstechnik SSL geschützt sind. Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR will der BND 4,5 Millionen Euro ausgeben, um mithilfe externer Spezialisten SSL-Verbindungen zu entschlüsseln. Banken, Online-Netzwerke oder Shopping-Seiten verwenden SSL, um Kundendaten und Login-Informationen zu schützen. Wenn es um sensible Daten - wie beim Geldtransfer - im Netz geht, will der Geheimdienst mitlesen können .

Zudem wolle der BND auch Sicherheitslücken, sogenannte zero day exploits, kaufen. Sie werden teilweise von Hackern aufgespürt und auf einem unkontrollierten Markt gehandelt. Angreifer und Kriminelle können diese Lücken ausnutzen, um in Computer einzudringen.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte: "Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit Vupen sind vor allem für den Schutz der Regierungsnetze und nicht zur Weitergabe an Dritte erworben worden." Angeblich sind für die "Strategische Initiative Technik" (SIT) des BND 28 Millionen Euro für 2015 beantragt. Bis zum Jahr 2020 sollen es 300 Millionen Euro sein.