Die Lage sei "nicht stabil", sagte eine BND-Sprecherin gestern in Pullach. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung kommt als Drahtzieher möglicher Anschläge der afghanische Milizenführer und Ex-Ministerpräsident Gulbuddin Hekmatjar in Frage.
"Bild" zufolge informierte der BND das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) darüber, dass in Kabul "Anlass zu großer Sorge" vor möglichen Anschlägen islamistischer Terrorgruppen bestehe. Der Bundesnachrichtendienst unterrichtet nach eigenen Angaben regelmäßig über die Lage in Afghanistan.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte in Berlin, die Bundesregierung habe immer betont, dass die Lage in dem Land "nicht stabil und nicht ruhig" sei. Die Sicherheitsvorkehrungen würden stets angepasst, über einzelne Maßnahmen werde jedoch aus Rücksicht auf die Sicherheit nichts bekannt gegeben.
Deutschland und die Niederlande übernehmen am 10. Februar von der Türkei für sechs Monate die Führung der Afghanistan-Schutztruppe. Die Bundeswehr hat die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz deutscher Soldaten in Kabul nach eigenen Angaben inzwischen verschärft. So dürfen Bundeswehr-Soldaten nicht mehr mit nur einem Fahrzeug patrouillieren. Dem Isaf-Kontingent sollen nach der Übernahme der Leitfunktion bis zu 2500 deutsche Soldaten angehören. Die Truppe ist für den Schutz von Kabul und Umgebung zuständig und soll die afghanischen Behörden unterstützen.
Mindestens 18 Menschen starben am Donnerstag, als ein Bus nahe der Stadt Kandahar offenbar auf eine Mine fuhr. Nach Angaben von Mitarbeitern westlicher Hilfsorganisationen prallten zunächst zwei Busse auf einer kleinen Straße zusammen. Daraufhin sei eines der Fahrzeuge in ein Minenfeld geraten. Zuvor hatte ein afghanischer Regierungsvertreter mitgeteilt, der Bus sei von einer ferngezündeten Mine gesprengt worden. Er machte "regierungsfeindliche Extremisten" für die Detonation verantwortlich.
Ein US-Hubschrauber vom Typ MH-60 "Black Hawk" stürzte am Donnerstagabend zwölf Kilometer vom US-Luftwaffenstützpunkt Bagram entfernt bei einer Routine-Übung ab. Nach Armeeangaben handelte es sich offenbar um einen Unfall. Hinweise auf feindlichen Beschuss gab es nicht.
Seit Beginn des US-Militäreinsatzes in Afghanistan im Oktober 2001 kamen allein bei Unfällen insgesamt 22 US-Soldaten ums Leben. Rund 25 weitere starben nach Angaben der US-Armee bei Gefechten. (AFP/uf)