Seit die israelische "Operation Herbstwolken" am Mittwoch begonnen wurde, haben Soldaten nach Angaben palästinensischer Behörden fast 50 Palästinenser getötet, vor allem Kämpfer von bewaffneten Gruppen.
Der Einsatz ist wohl nur Auftakt zu einem neuen Schlagabtausch. Im zweiten Jahr nach dem Abzug der Israelis verfügen die Palästinenser über mehr geschmuggelte Waffen denn je. Im Gazastreifen rückt ein Frieden immer weiter in die Ferne.
Seit die israelische Armee im vergangenen August aus dem Grenzstreifen des Gazastreifens zu Ägypten abzog, ist dort der Waffenschmuggel dramatisch angestiegen. "Die militanten Gruppen sind stärker als zuvor, wenn man die Zahl ihrer Kämpfer und ihre Bewaffnung betrachtet", sagt ein Palästinenser, der mit den Verhältnissen vertraut ist. "Schon Israel konnte den Schmuggel und den Tunnelbau nicht beenden, unter Kontrolle der palästinensischen Behörden hat der Schmuggel noch zugenommen, was die Schwäche der Palästinenserführung zeigt."
Nachdem die israelische Armee die Einsätze in dem Grenzstreifen wieder aufgenommen hat, wurden 34 Tunnel unter der Grenze gefunden, vor allem in der palästinensischen Grenzstadt Rafah. "Eines Tages wird der Boden unter Rafah noch einbrechen", sagt ein palästinensischer Polizist mit bitterem Humor. Israelische Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die militanten Palästinensergruppen vor allem auf Waffen aus sind, die sie gegen israelische Panzer einsetzen können. Vorbild sei die libanesische Hisbollah-Miliz, die im jüngsten Libanon-Krieg eine Reihe israelischer Kampfpanzer zerstören konnte. Noch immer hängen im Gazastreifen vereinzelt libanesische Fahnen, wenn auch die Palästinenser hier nicht nur entfernt an die Kampfkraft der vom Iran und von Syrien unterstützten Hisbollah herankommen.
Viele Palästinenser fragen sich verbittert, was die Angriffe mit selbst gebauten Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel eigentlich bringen sollen. "Sie haben doch in Israel kaum jemals mehr als Sachschaden angerichtet. Doch die militanten Gruppen sehen das Raketenfeuer als Teil einer psychologischen Kriegsführung gegen Israel.