UN-Chefinspekteur Hans Blix bescheinigte dem Irak gestern mit der Raketenvernichtung substanzielle Abrüstungsschritte.
Die UN-Inspekteure hätten bislang keinerlei Belege für die Behauptung der USA gefunden, dass Bagdad in mobilen Labors Biowaffen produziere, Bio- und Chemiewaffen in unterirdischen Lagern verstecke und heimlich an einem Nuklearrüstungsprogramm arbeite. Blix stellte fest, nach der zu Beginn "etwas zögernden Kooperation" Iraks habe sich die Zusammenarbeit seit Ende Januar "beschleunigt".

Befragungen von Wissenschaftlern
Bis gestern habe Bagdad 34 Samud-2-Raketen verschrottet: "Wir beobachten hier nicht, wie Zahnstocher zerknickt werden. Es werden tatsächlich tödliche Waffen zerstört", betonte Blix. Auch die Befragungen irakischer Wissenschaftler kämen voran. "Trotz einiger Probleme, die noch bleiben, sind die Interviews hilfreich", betonte Blix. "Seit wir darum gebeten haben, wurden 38 Personen befragt, zehn von ihnen unter unseren Bedingungen (ohne irakische Aufsicht), sieben davon in der vergangenen Woche."

Keine Belege für Uran-Kauf
Die UN-Inspekteure würden allerdings noch "Monate" brauchen, um festzustellen, ob Irak den Abrüstungsauflagen der UN tatsächlich nachkommt. Es gebe noch viele offenen Fragen. Die verstärkte Zusammenarbeit der Führung in Bagdad sei "willkommen, aber der Wert dieser Maßnahmen muss nüchtern vor dem Hintergrund bewertet werden, wie viele Fragezeichen sie letztlich aus dem Weg schafft". Dies sei "derzeit noch nicht klar", sagte der Chefinspekteur.
Der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohammed el Baradei, bezeichnete vor dem UN-Gremium Vorwürfe als "falsch", wonach Irak versucht haben soll, in Niger Uran zu kaufen. Keine der Inspektionen habe bislang Hinweise auf verbotene nukleartechnische Aktivitäten erbracht. Dies gelte auch für von Irak importierte Aluminiumröhren, die nach Mutmaßung der USA für ein geheimes Nuklearprogramm verwendet wurden. (AFP/roe)