Bis Donnerstagmorgen sechs Uhr war die Polizei auf den Straßen Brandenburgs unterwegs, um möglichen Temposündern auf den Zahn zu fühlen. An mehr als 200 Orten im ganzen Land hat die Polizei am Mittwoch und am Donnerstag Autofahrer auf die Einhaltung der Tempolimits kontrolliert.

Die Beamten beteiligten sich damit an einem europaweiten Blitzermarathon. Ziel der Aktion ist es Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, denn Tempoverstöße gelten als Hauptursache von Unfällen mit Totesopfern im Land. Vergangenes Jahr sind in Brandenburg bei geschwindigkeitsbedingten Verkehrsunfällen 35 Menschen gestorben.

Bereits in den ersten sechs Stunden des Blitzermarathons wurden rund 18 400 Fahrzeuge gemessen - davon fuhren 658 zu schnell, erklärte das Polizeipräsidium in Potsdam. In Wandlitz fuhr ein Mann vor einem Kindergarten mit Tempo 68, erlaubt waren hier nur 30. In Schönefeld wurde ein Mann mit Tempo 93 geblitzt - erlaubt waren 50. Auf der Autobahn 10 im Kreis Oberhavel fuhr ein Fahrer mit 183 statt der erlaubten 120 Stundenkilometer.

Mit 60 Stundenkilometern zu viel

"Zu hohe Geschwindigkeit ist Unfallursache Nummer eins in Brandenburg. Ich möchte mit diesem Thema in die Öffentlichkeit", sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. "Hier geht es vor allem um Leben und um Gesundheit. Wir sind für die Sicherheit der Menschen in Brandenburg verantwortlich."

In den Landkreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und in der Stadt Cottbus sind insgesamt 16232 Fahrzeuge gemessen worden. Davon waren 1214 zu schnell unterwegs, was einem Anteil von acht Prozent entspricht.

Die Temposünder-Krone hat sich ein Autofahrer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz erfahren. Er war auf der A 13 am Spreewalddreieck bei Kittlitz mit 121 Stundenkilometern unterwegs, erlaubt waren aber nur 60 km/h. Der besagte Autofahrer kann sich jetzt nicht nur von einer Stange Geld verabschieden, 440 Euro Bußgeld werden fällig, sondern muss auch seinen Führerschein für zwei Monate vorerst in der Schublade lassen. Außerdem gehen noch zwei Punkte auf das Konto in Flensburg.

Ab jetzt zu Fuß

Auch in den anderen Landkreisen und in Cottbus taten sich einige Autofahrer hervor, die viel zu schnell unterwegs waren: Auf der B 97 zwischen Cottbus und Spremberg hat die Polizei an einer Stelle, wo 100 Stundenkilometer erlaubt waren, einen Autofahrer mit 144 Stundenkilometern gemessen. Die Strafe dafür: 160 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg. Im Landkreis Dahme-Spreewald tappte ein Autofahrer zwischen Schönefeld und Mahlow in die Blitzerfalle: Er fuhr 159 km/h obwohl nur 100 erlaubt waren. Dafür muss er ein Bußgeld von 240 Euro berappen. Auf das Flensburger Konto gehen zwei Punkte. Außerdem muss der Raser einen Monat zu Fuß gehen.

"Ich bin erstaunt, dass es trotzdem noch so viele Geschwindigkeitsüberschreitungen gab, obwohl die Maßnahme öffentlich angekündigt gewesen ist", sagt Ralph Meier von der Pressestelle der Polizeidirektion Süd. Im Fokus standen in Brandenburg insbesondere Alleen und Bereiche vor Kitas, Schulen oder Senioreneinrichtungen. Die Messstellen wurden vorab im Internet veröffentlicht. 2016 wurden in Brandenburg bei der Aktion rund 7000 Raser erwischt.

Zahlen des Blitzermarathons nach Landkreisen

Dahme-Spreewald

Messungen: 4543 Übertretungen: 101 (2,2 Prozent) Spitzenreiter: 93 km/h bei erlaubten 50 km/h in Schönefeld, 159 km/h bei erlaubten 100 km/h zwischen Schönefeld und Mahlow (Strafe: ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg, 240 Euro Bußgeld)

Oberspreewald-Lausitz

Messungen: 5880 Überschreitungen: 727 (12,4 Prozent) Spitzenreiter: 71 km/h bei erlaubten 50 km/h in Zerkwitz, 121 km/h bei erlaubten 60 km/h auf A13 (Strafe: zwei Monate Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg, 440 Euro Bußgeld)

Elbe-Elster

Messungen: 1744 Überschreitungen: 142 (8 Prozent) Spitzenreiter: 49 km/h bei erlaubten 30km/h in Falkenberg, 150 km/h bei erlaubten 100 km/h auf der B 87 bei Hohenbucko (Strafe: zwei Punkte in Flensburg, ein Monat Fahrverbot, 160 Euro Bußgeld)

Spree-Neiße und Stadt Cottbus

Messungen: 4065 Überschreitungen: 244 (6 Prozent) Spitzenreiter: 72 km/h bei erlaubten 50 km/h in Werben, 144 km/h bei erlaubten 100 km/h auf der B 97 zwischen Cottbus uns Spremberg (Strafe: zwei Punkte in Flensburg, ein Monat Fahrverbot, 160 Euro Bußgeld)

Bautzen und Görlitz

Messungen: 21 000, Überschreitungen: 1100 (2,2 Prozent), Spitzenreiter: 62 km/h bei erlaubten 30 km/h in Weißwasser (Strafe: zwei Punkte in Flensburg, ein Monat Fahrverbot, 160 Euro Bußgeld)