Juni werden unter anderem Angehörige der Cherokees, Lakotas, Totonaken, Odjibwas und der Yakis mit Tänzen, traditionellen Ritualen und dem Verkauf von stammestypischem Kunsthandwerk die Welt aus den Abenteuerromanen des berühmten sächsischen Autors Karl May (1842-1912) zum Leben erwecken, wie die Veranstalter gestern mitteilten.
Wie in den vergangenen Jahren haben Besucher wieder die Gelegenheit, auf einem drei Kilometer langen Erlebnispfad zahlreichen Romanhelden wie etwa Winnetou und dessen Kameraden Old Shatterhand zu begegnen. Als weitere Veranstaltungen finden die Große Sternreiterparade mit rund 330 Pferden sowie zahlreiche Lesungen vor nachgebauten Romankulissen wie einem historischen Südstaatencamp und der Hütte eines Trappers statt. Eine Diskussionsrunde, die so genannte Friedensnacht, versucht erstmals, Bezüge zwischen Karl Mays Werk und aktuellen politischen Konflikten aufzuzeigen. Eine Sonderausstellung im Radebeuler
Karl-May-Museum, das sich im ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers befindet, widmet sich ferner dem Thema "Winnetou im Elbsandsteingebirge" und dokumentiert die 65-jährigen Geschichte von Karl-May-Aufführungen auf der Felsenbühne Rathen. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit rund 30 000 Besuchern.
Karl May gilt als der weltweit meistgelesene deutsche Schriftsteller. Der Durchbruch gelang ihm mit seinen "Reiseerzählungen". May schildert darin in der Ich-Form die abenteuerlichen Erlebnisse seines Helden in exotischen Ländern, vor allem im Wilden Westen und im Orient. Es gelang ihm, diese fiktiven Berichte so suggestiv vorzutragen und ihren geographischen und völkerkundlichen Hintergrund so farbenprächtig auszumalen, dass Arbeiten wie "Winnetou", "Old Surehand" und "Durch die Wüste" bis heute erfolgreich sind. (ddp/bra) Internet: www.karl-may-fest.de