Dies geht aus einer Studie des BKK-Dachverbandes hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Der Anstieg sei vor allem auf die Zunahme langwieriger und chronischer Erkrankungen zurückzuführen, heißt es im BKK Gesundheitsreport 2014, der auf Daten von 9,3 Millionen Versicherten zurückgreifen kann.

Nach wie vor sorgen Muskel-und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen mit einem Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) für die meisten Fehlzeiten bei den Pflichtmitgliedern. Ihnen folgen Atemwegserkrankungen (16,2 Prozent) und psychische Störungen (14,7). Gerade bei den psychischen Störungen beobachte man die höchsten Steigerungsraten: Zwischen 1976 und 2013 habe sich die Zahl der von den Kassen registrierten Fehlzeiten von einem halben Tag auf 2,6 Tage mehr als verfünffacht.

Die Arbeitsausfälle seien in Baden-Württemberg mit 15,4 und in Bayern mit 16,3 Tagen am niedrigsten, in Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit 21,6 und 21,9 Tagen am höchsten. Das Ost-West- beziehungsweise Nord-Süd-Gefälle hänge unmittelbar mit der Altersstruktur der Versicherten zusammen. Die jüngsten Versicherten verzeichneten die BKK bei Frauen wie Männern in Baden-Württemberg (durchschnittlich 40 beziehungsweise 39 Jahre), dicht gefolgt von Bayern und Hessen, die ältesten Versicherten in Sachsen-Anhalt (48 und 46 Jahre).

Bei Muskel- und Skeletterkrankungen registrierten die BKK in Baden-Württemberg im Schnitt 3,3 Fehltage, in Sachsen-Anhalt 5,1 Tage. Bei den psychischen Erkrankungen weist Schleswig-Holstein mit durchschnittlich 3,0 Tagen je BKK-Mitglied mehr als zwei Drittel höhere Fehlzeiten auf als Baden-Württemberg mit 1,8 Tagen.

Über alle Krankheitsarten dauert dem Report zufolge ein einzelner Arbeitsunfähigkeitsfall eines Beschäftigten 12,7 Tage. Spitzenreiter seien psychische Diagnosen mit rund 38 Tagen je Fall, länger als Tumorerkrankungen mit 35 Tagen und Rückenbeschwerden mit im Schnitt 20 Tagen.

Im BKK Gesundheitsreport 2014 "Gesundheit in Regionen" werden die Daten von 9,3 Millionen Versicherten analysiert. Er bilde damit das Krankheitsgeschehen in Unternehmen repräsentativ ab, hieß es.