Mixa soll früher als Pfarrer im Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen Kinder geschlagen haben. Bisher hat der Bischof die Vorwürfe zurückgewiesen. In neuen Aussagen unterscheidet er aber zwischen Prügel und Ohrfeigen. Schriftliche ErklärungIn einer schriftlichen Erklärung teilte Mixa am Freitag mit, "wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watschen von vor 20 oder 30 Jahren natürlich nicht ausschließen kann. Das war damals vollkommen normal, und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch." Der SPD-Politiker und Landtagsvizepräsident Franz Maget und die Grünen forderten Mixas Rücktritt. Der Bischof habe zu den Vorwürfen, Heimkinder geschlagen zu haben, mehrfach gelogen, sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast nach Angaben der Bundestagsfraktion. "Besonders perfide" von Mixa sei es, sich mit der Behauptung rein waschen zu wollen, Ohrfeigen seien normal, und das hätten alle so gemacht. Mixa habe den letzten Rest an Glaubwürdigkeit verspielt. Maget forderte als Vorsitzender des Münchner Vereins "Kirche und SPD", Mixa solle sein Amt bis zur Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Kindesmisshandlung und finanzieller Unregelmäßigkeiten ruhen lassen. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, forderte die Aufklärung des Sachverhalts. Glück bedauerte unterdessen, dass immer wieder "Irritationen" durch Äußerungen einzelner Bischöfe entstünden, die den Eindruck erweckten, die Kirche wolle von ihrer eigenen Schuld ablenken. "Das darf nicht sein", sagte Glück am Freitag in München.Mixa hatte stets bestritten, Kinder geschlagen zu haben. Dabei bleibe er auch, was mehr als Ohrfeigen betreffe. "Zu den Vorwürfen wegen schwerer körperlicher Züchtigungen, die in der ,Süddeutschen Zeitung' gegen mich erhoben worden sind, habe ich von Anfang an klar gesagt, dass ich zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt habe." Berichte von BetroffenenDer vom Schrobenhausener Kinderheim St. Josef eingesetzte Sonderbeauftragte Sebastian Knott bestätigte in einem ersten Bericht, dass es seitens Mixa Übergriffe auf Heimkinder gegeben habe. In einer eidesstattlichen Erklärung habe ein ehemaliges Heimkind erklärt, es sei 1976 von dem damaligen Stadtpfarrer "mit voller Wucht ins Gesicht" geschlagen worden. Hintergrund war, dass der damals 16-Jährige aus dem Heim weggelaufen und von der Polizei zurückgebracht worden war. Ein anderes Heimkind berichtete, in der Zeit von 1990 bis 1997 von Mixa geohrfeigt worden zu sein. Dabei habe es sich bisherigen Erkenntnissen zufolge um "konkrete Affekttaten in Einzelfällen" gehandelt, sagte Knott. Von einer "Kultur des Prügelns" in dem Heim könne nicht gesprochen werden. In eidesstattlichen Erklärungen ehemaliger Heimzöglinge wird jedoch von brutalen Prügelattacken mit Faust und Stock durch Mixa berichtet. Stiftungsmittel geprüftDie Überprüfung von Stiftungsmitteln zu Mixas Zeiten hätten den Verdacht "satzungswidriger Verwendung" von Finanzen erbracht, sagte der Sonderermittler Sebastian Knott. Der Augsburger Bischof hat nach Angaben des Sonderermittlers als Schrobenhausener Stadtpfarrer Gelder einer Waisenhausstiftung satzungsfremd verwendet. Wie der "Donaukurier" in seiner Online-Ausgabe am Freitag berichtete, handelt es sich vermutlich um einen Betrag von 263 138 Euro. Mixa wird vorgeworfen, Gelder veruntreut zu haben. Nach Mixas Weggang seien weitere knapp 24 000 Mark satzungsfremd ausgegeben worden, darunter für den Bischofsring und Uhrenreparaturen.