Sich selbst und die ultrakatholische Piusbruderschaft stellte er damit ins rechte Abseits, die katholische Kirche stürzte er in eine schwere Krise.

Die Bruderschaft hat ihren ehemaligen Bischof inzwischen aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen. Am Mittwoch muss sich der 72-Jährige erneut wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Regensburg verantworten.

Mehr als vier Jahre lang beschäftigt sich die deutsche Justiz mittlerweile mit dem streitbaren Bischof. Williamson hatte im Herbst 2008 in dem schwedischen Fernsehinterview, das im Priesterseminar der Piusbruderschaft bei Regensburg aufgezeichnet wurde, den Holocaust geleugnet. "Ich glaube, dass die historischen Beweise gewaltig dagegen sprechen, dass sechs Millionen Juden vorsätzlich in Gaskammern vergast wurden als vorsätzliche Strategie Adolf Hitlers. (. . .) Ich glaube, es gab keine Gaskammern", hatte er gesagt. Exakt zu dieser Zeit gab der Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Pius-Bischöfe bekannt. Papst Benedikt XVI. geriet in Erklärungsnot. War die Begnadigung der Bischöfe als Zeichen einer möglichen Rückkehr der Piusbrüder in die katholische Amtskirche verstanden worden, riss Williamson die Kluft wieder weit auseinander. Die Piusbrüder reagierten spät, aber dann mit aller Härte. Im vergangenen Oktober schlossen sie ihren ehemaligen Bischof aus.

Wie auch immer die Richter nun entscheiden, das letzte Wort haben sie nicht. "Das Interview hat mein Mandant ausschließlich dem schwedischen Fernsehen gegeben. In Schweden sind diese Aussagen nicht strafbar", betont Williamsons Anwalt Andreas Geipel aus München. Verbreiteten andere Medien diese Aussagen, könne dies nicht dem Bischof angelastet werden. Der Anwalt kündigte bei einer Verurteilung seines Mandanten den Gang zum Bundes verfassungsgericht und sogar zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an.