Hinzu kämen die Fälle von 300 000 bis 400 000 Menschen, die eingereist seien, aber noch gar keinen Asylantrag gestellt hätten. Das Bamf will nun neue "Ankunftszentren" in allen Bundesländern einrichten, um den enormen Rückstand mit Hilfe von 48-Stunden-Schnellverfahren abzubauen. Geplant sind etwa 20 solcher Zentren, also mindestens eins pro Land.

Die Flüchtlingszahlen haben einen historischen Höchststand erreicht. 2015 wurden mehr als eine Million Asylbewerber registriert - so viele wie nie zuvor. Auch im Januar erfassten die Behörden mehr als 90 000 Asylsuchende.

Mit Blick auf die Zahl der Menschen, die zwar als Asylsuchende im Land sind, aber noch keinen Antrag gestellt haben, sagte Weise, genaue Angaben gebe es nicht, weil einige Schutzsuchende zum Beispiel doppelt registriert würden oder nach der Erfassung in einen anderen Staat weiterreisten. Nach Bamf-Angaben mussten Asylbewerber in der Vergangenheit zum Teil sechs Monate und mehr warten, bis sie überhaupt einen Antrag stellen konnten.

Mit mehr Personal und schnelleren Verfahren will das Bamf die Lage in den Griff bekommen. Anfang 2015 hatte die Behörde 2350 Mitarbeiter, inzwischen sind es 3500, und bis Mitte des Jahres sollen es 6300 sein. Zusätzlich sollen 1000 Mitarbeiter befristet von anderen Behörden abgeordnet werden, um beim Bamf auszuhelfen. Die Zahl der "Entscheider" soll bis Ende März von derzeit 1000 auf 1700 steigen.

Meinung & Hintergrund Seite 10