"Das ist eine wichtige Alternative zu den bisherigen Geschäftsfeldern", sagte der Referent für Förderpolitik beim sächsischen Bauernverband, Andreas Jahnel. Mit dem Betrieb von Biogas-Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Wärme könnten sich die Agrarbetriebe auch ein weiteres finanzielles Standbein schaffen.
"Wir haben in diesem Jahr einen regelrechten Boom beim Bau von solchen Anlagen in Sachsen erlebt", sagte Jahnel. Dies hänge allerdings auch mit dem Auslaufen entsprechender Fördermöglichkeiten zusammen. Der Bauernverband plädiere dafür, dass die Erzeuger des Rohstoffs für diese Anlagen auch deren Betreiber seien. "Damit bleibt die Wertschöpfungskette vollständig im Agrarbetrieb." Mit dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) sei die finanzielle Vergütung für den erzeugten Strom geregelt.
Die wachsende Nachfrage durch Biogas-Anlagen könne in ertragsärmeren Zeiten allerdings Probleme mit sich bringen. So habe es in diesem Jahr vor allem in Ostsachsen wegen der Dürre im Sommer eine Konkurrenz zwischen Energie- und Marktgetreide gegeben. "Die Erzeuger mussten entscheiden, ob sie das Getreide in die Biogas-Anlage liefern oder auf den Markt bringen."
Nach Angaben des Umweltministeriums werden 8,2 Prozent der im Freistaat vorhandenen Ackerfläche für die Erzeugung von Biomasse genutzt. Das entspricht etwa 59 000 Hektar. Die Verstromung fester Biomasse und von Biogas habe sich seit 2003 etwa verdreifacht.
Laut Ministerium sind bislang in Sachsen 67 Biogasanlagen in Betrieb, die zusammen 22,1 Megawatt Strom und 29,6 Megawatt Heizwärme erzeugen. Hinzu kommen mehr als 200 Kraftwerke, in denen vor allem Holz, aber auch Pflanzenöl und Stroh zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt werden. (ddp/mb)