I Vor vier Jahren zählte die Statistik noch 416 858 Schüler. Der zahlenmäßige Rückgang kommt zum einen durch den starken Geburtenknick nach der Wende und zum anderen durch Wegzüge gerade jüngerer Familien zustande.
Heute arbeiten 26 000 Lehrer auf 23 400 Stellen. Mit dem Absinken der Schülerzahlen werden in zehn Jahren allenfalls noch 16 000 Lehrer benötigt. Die Landesregierung hat sich verpflichtet, bis 2007 jeden im Schuldienst beschäftigten Lehrer eine Vollzeitstelle anzubieten. Geschichte sind damit sämtliche Solidarmodelle, wie sie in den vergangen 15 Jahren für viele Lehrer zutrafen. Damals hatten die Lehrer weniger Stunden, dafür konnten mehr Pädagogen beschäftigt werden. Der Widerstand dagegen erlahmte nie. Mit dem noch unter dem früheren Bildungsminister Steffen Reiche unterzeichneten Schulressourcen-Konzeptes trugen die Gegner der Solidarmodelle den Sieg davon.
Mit überaus großzügigen Afindungsregelungen ist die Landesregierung seither bemüht, Lehrern den Austritt aus dem Schuldienst nahezulegen. Bis zum Ende vergangene Jahres gab es für jeden, der den Pädagogenberuf in Brandenburg freiwillig aufgab, pauschal 50 000 Euro. Wenn Lehrer mit 60 in die Rente gehen, so können sie den Altersruhestand ohne Abschläge genießen.
Das aber ist jetzt ein Problem. Weil knapp 2000 Lehrer von dieser - gemessen an allgemeinen Verhältnissen überaus üppigen - Regelung Gebrauch gemacht haben, sind nach Aussage von Ministeriumssprecher Thomas Hainz sämtliche Mittel aus dem dafür vorgesehenen Personalausgleichsfonds bis 2011 gebunden. Die Lehrerschaft pocht auf die Verträge und fordert mit dem Worten von Hainz die "Erschließung neuer finanzieller Ressourcen".
Obwohl die Schülerzahl beispielsweise zwischen 2000 und 2003 insgesamt um 36 000 abnahm, stiegen die Personalausgaben für Lehrer in der gleichen Zeit von 1,021 Milliarden Euro auf 1,033 Milliarden Euro. Das wird kurz begründet mit der "allgemeinen Entwicklung der Einkommen durch Tarif- bzw. Besoldungserhöhungen" sowie mit dem weiteren Ost-West-Angleich im Pädagogeneinkommen.
Die Bildungspolitiker von SPD, PDS und CDU stellen sich hinter das Konzept der Lehrerabfindung (Schulresourcenkonzept). Unisono heißt es, dadurch würde "Qualität" gesichert und "Motivation" gefördert.