Jahrelang haben steigende Preise für Benzin und Diesel, Öl, Gas und Strom die Verbraucher in Deutschland gequält. Doch das ist vorbei. Die Belastung der privaten Haushalte durch Energiekosten hat bereits im Jahr 2012 ihren Höhepunkt erreicht und ist seitdem rückläufig. Erst ganz langsam, dann immer schneller sind die Kosten für die Verbraucher gesunken.

In diesem Jahr ist es vor allem die spektakuläre Entwicklung des Ölpreises, der sich bei den Autofahrern und Heizölkunden spürbar bemerkbar macht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent ist ungefähr 40 Prozent billiger als vor einem Jahr und kostet kaum mehr als 40 Dollar. Solche Preise haben die Märkte zuletzt 2009 gesehen. Oder 2005. Dazwischen war es stets teurer, teilweise sogar sehr viel teurer.

Mehr als drei Jahre lang, von Anfang 2011 bis zum Sommer 2014, lag der Ölpreis meistens jenseits der 100 Dollar. Das ist auf absehbare Zeit vorbei.

Die gesunkenen Ölpreise kommen auch bei den Verbrauchern an. "Die Tankstellen haben die gesunkenen Einkaufspreise für Benzin und Diesel und damit die niedrigen Ölpreise eins zu eins an die Verbraucher weitergegeben", sagt Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV).

So fiel der Dieselpreis auch in der Lausitz an einigen Tankstellen unter einen Euro je Liter. Die Kaufland-Tankstelle an der Sielower Chaussee in Cottbus beispielsweise konnte mit einem Dieselpreis von 99 Cent einen neuen Rekord brechen. "Der günstigste bis dato dargestellte Preis lag bei 1,019 Euro zum 3. Dezember", sagt Kaufland-Pressesprecherin Christina Axtmann. Davon, dass sich das Preisniveau in nächster Zeit dramatisch ändern werde, gehe man nicht aus. "Als freier Tankstellenbetreiber können wir unsere Tankstellen mit einem geringeren Kostenaufwand betreiben als die Markengesellschaften. Die sich daraus ergebenden Preisvorteile geben wir in Form von günstigen Preisen direkt an unsere Kunden weiter", berichtet Christine Axtmann.

Allein die Einsparungen der privaten Haushalte durch die gesunkenen Preise für Ölprodukte summieren sich nach Berechnungen des MWV auf rund 10,2 Milliarden Euro: 6,7 Milliarden Euro bei Kraftstoffen und 3,5 Milliarden Euro bei Heizöl. Die Nachfrage blieb dabei weitgehend konstant; wie im Vorjahr werden in Deutschland rund 109 Millionen Tonnen Ölprodukte verbraucht.