Klasse) übernehmen könne, sagte Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche gestern nach einem Treffen mit seinem Berliner Amtskollegen Klaus Böger (beide SPD) in Potsdam.
Geplant seien zudem gemeinsame Fortbildungsangebote für Erzieher vom 1. Januar 2005 an und übergreifende Bildungsstandards für die vorschulische Erziehung. Brandenburg will solche Bildungsstandards im Mai vorlegen. Die so genannte flexible Schulanfangsphase an den Grundschulen wollen beide Länder ausweiten. "Kinder müssen spätestens mit sechs Jahren eingeschult werden", sagte Reiche. Die Potsdamer CDU-Fraktion kritisierte die Pläne als teilweise zu unkonkret.
Von der Grundschule bis zum Abitur wollen Berlin und Brandenburg einheitliche Verfahren zur Überprüfung und Sicherung der Qualität an den Schulen etablieren. In der Jahrgangsstufe 2 etwa sind Arbeiten in Deutsch und Mathematik mit zentral gestellten Aufgaben vorgesehen, auch die Aufgaben für Abschlussprüfungen in der Jahrgangsstufe 10 sollen zentral gestellt werden. Im Zuge der Schaffung eines gemeinsamen Landesinstituts für Schule und Medien zum 1. Januar 2005 ist die Einrichtung einer gemeinsamen Qualitätsagentur vorgesehen.
"Wir wollen gemeinsam die Bildungsregion Berlin-Brandenburg ohne Grenzen erlebbar machen", sagte Reiche. Berlins Bildungssenator Böger bekräftigte, "die schulrechtliche Lage der beiden Länder ist außerordentlich kompatibel", obwohl märkische und Berliner Schulen oft mit gänzlich anderen Problemen zu kämpfen hätten. Dies seien in Brandenburg sinkende Schülerzahlen, in Berlin dagegen vor allem Sprachdefizite vieler Schüler. An fast der Hälfte der knapp 450 Berliner Grundschulen gebe es inzwischen 40 Prozent Kinder nicht deutscher Herkunft. "Wir haben auch eine große Zahl bildungsferner Schichten. Es ist meine größte Herausforderung, dieses Begabungspotenzial zu erreichen", sagte der Senator. In einem Jahr wollen die Bildungsressorts von Brandenburg und Berlin über den Erfolg der jetzt verabredeten Projekte informier en. (dpa/gb)