Vor einem Jahr wurden Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe und Realschulen zu Oberschulen zusammengeführt. 41,7 Prozent der Schüler hätten sich im neuen Schuljahr nach der sechsten Klasse für die neue Schulform und 41 Prozent für das Gymnasium entschieden, sagte Rupprecht. Der Rest besuche eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Künftig sollten etwa 50 Prozent der Kinder die Oberschulen anwählen. Auch diese könne zum Abitur führen, stellte der Minister klar. Nach der 7. und 8. Klasse sei ein Wechsel zum Gymnasium "völlig unproblematisch" möglich.
Mit dem Maßnahmepaket für die landesweit 152 Oberschulen wird eine Informationskampagne gestartet. Alle Eltern erhielten eine Broschüre, die die Möglichkeiten dieser Schulform und damit auch den Weg zum Abitur aufzeigten, erklärte Rupprecht. Außerdem werde die Stundentafel zunächst in den 7. Klassen von 30 auf 32 Stunden pro Woche erweitert. Ab dem nächsten Schuljahr gelte das auch für die 8. Klassen. Eingesetzt würden zusätzliche 60 Fachberater zur Stärkung der Qualität des Unterrichts.
Insgesamt erhielten die Oberschulen in den kommenden Jahren 19 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Das seien für jede Schule etwa 20 000 Euro pro Schuljahr, sagte Rupprecht. Damit könnten unter anderem Sozialarbeiterstellen eingerichtet oder Fortbildungsangebote für Lehrer finanziert werden. Das Geld stehe ab dem kommenden Jahr zur Verfügung. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen die Schulen aber auch verstärkt gegen Schulverweigerer vorgehen. Etwa acht Prozent der Jugendlichen verließen die Schule ohne Abschluss. Dieser recht hohe Anteil müsse deutlich gesenkt werden, forderte Rupprecht.
Der CDU-Bildungsexperte Ingo Senftleben bezeichnete die Oberschule als einen Gewinn für Schüler, Eltern und Lehrer. Ein Jahr nach ihrer Einführung habe sie eine wichtige Funktion in der brandenburgischen Schullandschaft eingenommen. Dringend geboten sei jetzt die weitere Stärkung des Hauptschulbildungsganges, um begabten Jugendlichen eine Perspektive zu geben. (dpa/mb)