Es habe durchaus positive Effekte von einheitlicher Schulkleidung. "Aber auf keinen Fall werden wird das verordnen, weil es zu sehr in die individuelle Freiheit eingreift."
Der Bildungsminister erteilte damit der Forderung der Deutschen Polizeigewerkschaft Brandenburg (DPolG) eine Absage, die landesweite Schuluniformen fordert. Dem "Mode und Markenwahnsinn" an den Schulen müsse ein Ende gemacht werden, dann sinke dort auch die Gewalt- und Beschaffungskriminalität, sagte Landeschef Frank Domanski. An manchen Schulen würden bereits "kriegsähnliche Zustände" herrschen. Mit seiner Auffassung findet Domanski in der Politik, aber auch in der Polizei keine Unterstützung. "Gewalt unterbindet man so nicht. Das hätte Null-Wirkung", sagte Andreas Schuster, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei.
In den Landtagsparteien SPD, CDU und PDS herrscht Einigkeit, dass es jeder Schule selbst überlassen sein soll, ob sie Schuluniformen einführt. "Wenn Eltern und Schüler dahinterstehen, ist das in Ordnung", sagte CDU-Fraktionschef Thomas Lunacek. Als erste Schule im Land hatte jetzt die Potsdamer Max-Dortu-Grundschule Schuluniformen, bestehend aus blauen und roten Jacken, Caps, T-Shirts und Pullis eingeführt, finanziert von der Stadt, von den Eltern und von Sponsoren. Vorausgegangen war die Zustimmung aller Schulgremien. Die Schule verspricht sich von dem Einheitslook unter anderem einen besseren Teamgeist, ein "Wir-Gefühl". Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Ingo Senftleben hofft auf eine "Signalwirkung" für andere Schulen des Landes. Schuluniformen könnten soziale Ausgrenzung verhindern.