Bei insgesamt rund 750 000 Bienenvölkern in Deutschland ergebe sich ein Verlust von 225 000 Völkern, erklärte die Sprecherin des Imkerbundes, Petra Friedrich, am Donnerstag. Von allein bauten sich die Völker nicht wieder auf. "Der Imker muss dann Jungvölker nachziehen." Für die Honig ernte verheiße das nichts Gutes: "Wir gehen von einer ganz schlechten Honigernte aus", sagte Friedrich. Noch schlimmer sei aber, dass vielen Pflanzen damit auch die Bestäuber fehlten.

Grund für das Massensterben ist der Befall mit der Varroa-Milbe. "So etwas habe ich in Jahrzehnten als Imker noch nicht erlebt", erklärt der Vorsitzende des Cottbuser Imker-Vereins Wilfried Jank gegenüber der RUNDSCHAU. Für Cottbus und das Umland gehen die Imker sogar von Verlusten um 50 Prozent der 580 Bienenvölker aus. "Bis hin zum Totalverlust", sagt Jank.

Aus Sicht des Bundesverbandes seien die Bienen bereits geschwächt in den Winter gegangen. Dies habe sie anfälliger für den Befall mit Varroa-Milben gemacht. Die Schwächung rühre unter anderem daher, dass es im Herbst noch lange warm gewesen sei. Dadurch seien die Bienen noch lange aktiv gewesen. Ein strenger Winter sei hingegen kein Problem für die Insekten.

Nachteilig wirke sich ein häufiges Auf und Ab der Temperaturen aus, da dies die Bienen dazu bringen könne, vorzeitig auszufliegen, erläutert Friedrich. Ein generelles Problem sei der Nahrungsmangel. "Im Frühjahr gibt es noch ein hohes Pollen- und Nektarangebot, danach kommt nichts mehr."