Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) in Leipzig hob jetzt die Freisprüche dreier früherer Rathausmitarbeiter zum Teil auf. Das Landgericht Leipzig hatte sie 2014 ebenso wie eine mitangeklagte Rechtsanwältin vom Vorwurf der Untreue und des Betrugs freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen Revision eingelegt. (Az.: 5 StR 313/15) In Leipzig war es nach 1989 üblich, für angeblich herrenlose Häuser gesetzliche Vertreter zu bestellen und die Immobilien zu verkaufen. Das Geld kam auf städtische Verwahrkonten. Die Rechtsamtsmitarbeiter unterließen es aber, ausreichend nach den rechtmäßigen Erben zu suchen. Hintergrund des Vorgehens waren die vielfach ungeklärten Eigentumsverhältnisse nach dem Ende der DDR.