Und nicht nur die Innenstadt. Auch für die Tagebaufolgelandschaft um Spremberg schieben sich Zukunftsbilder zusammen. Diese Bemühungen zu unterstützen, kann man sich auch bei der IBA Fürst-Pückler-Land vorstellen, wie Pressesprecher Paul Gronert in Aussicht stellte.
Mit der Veröffentlichung der Ausschreibungsmodalitäten im Internet ist der Wettbewerb um die Ausrichtung der nunmehr vierten Brandenburger Landesgartenschau seit dieser Woche eröffnet. Die Spremberger scheinen dabei anderen potenziellen Bewerbern eine Nasenlänge voraus zu sein. Denn sie haben schon einen Zeitplan für ihren Angriff auf den Zuschlag. Bis Ende Februar soll dem Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung ein Entscheidungskonzept für eine Landesgartenschau in Spremberg vorgelegt werden. Eine Bürgerinitiative hat sich der Sache angenommen, will Dampf für die Stadt machen.
Auch in Lauchhammer, Bad Liebenwerda, Forst und Lübben/Lübbenau, die seinerzeit neben Schlieben im Wettbewerb um die Ausrichtung der Laga 2006 der Stadt Rathenow unterlegen waren, hat man den Gedanken an eine erneute Bewerbung nicht ad acta gelegt. In Elsterwerda läge ebenfalls ein Konzept im Schubfach, versichert der stellvertretende Bürgermeister Ansgar Große. „Wohnen und leben mit der Bahn“ - im Unterschied zu Spremberg hat man hier schon einen Arbeitstitel für die Bewerbung.
In Lauchhammer könnte ein zweiter Anlauf in Richtung Landesgartenschau diesmal von mehr Dynamik geprägt sein. Schließlich hat man im vorigen Jahr in einem gemeinsamen Entwicklungskonzept mit den Nachbarstädten Schwarzheide und Ruhland ein Projekt namens Landesgarten- oder Landeslandschaftsschau als Ziel formuliert, weiß der stellvertretende Bürgermeister Jörg Rother. "Bei der Auswahl für die Laga 2006 ist Lauchhammer nur knapp an Rathenow gescheitert. Das Konzept war gut. Jetzt sollte es städteübergreifend verknüpft werden", schätzt der CDU-Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben (CDU) ein, der als Bürgermeister von Ortrand auch noch seine Stadt eingebunden sehen würde. "Damit hätten wir sicherlich Chancen", blickt er voraus.
Für den Forster SPD-Landtagsabgeordneten Dietmar Woidke verfügt die Spree-Neiße-Kreisstadt über ein Konzept für die Landesgartenschau, das Stadtentwicklung, Tagebau-Rekultivierung und Begrünung beiderseits der Neiße verbindet. "Wichtig wird für die Bewerbung aber auch sein, ob das Finanzierungskonzept wasserdicht ist", betont Woidke und sieht in einer Kooperation mit dem Partner Vattenfall gute Möglichkeiten. Der Forster Bürgermeister Dr. Gerhard Reinfeld pflichtet dem bei: „In den nächsten vier Wochen werden wir uns entscheiden. Ich sehe die Dinge recht positiv.“
Was die finanzielle Unterstützung des Landes für den jeweiligen Ausrichter der Landesgartenschau angeht, so dämpft der Sprecher des Potsdamer Agrarministeriums Jens-Uwe Schade etwaige hohe Erwartungen: „Es gibt keinen Fördertopf, der Landesgartenschau heißt“ . Unterstützt werde im Rahmen vorhandener Förderprogramme. Die Finanzierung der Laga ist grundsätzlich Aufgabe der ausrichtenden Kommune.

Zum Thema Landesgartenschau
  Im Land Brandenburg ist für das Jahr 2009 die vierte Landesgartenschau (Laga) ausgeschrieben. In Luckau gab es im Jahre 2000 den Auftakt, es folgte Eberswalde (2002). In Rathenow findet 2006 die dritte Laga statt.
Mehr als 430 000 Gäste besuchten im Jahr 2000 die Landesgartenschau-Stadt Luckau.
Um die Ausrichtung bewerben können sich alle Städte und Gemeinden des Landes Brandenburg.
Informationen im Internet www.mlur.brandenburg.de