Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert bekräftigte in der US-Presse seinen Plan zur "einseitigen Lösung" des israelisch-palästinensischen Konflikts. Seine Kadima-Partei begann gestern mit Koalitionsverhandlungen.
"Der zionistische Feind wird aus demselben bitteren Becher trinken, aus dem unser Volk Tag und Nacht trinkt", drohten die Essedin-El-Kassam-Brigaden. Die Angriffe würden sie nicht davon abhalten, "unseren Weg des Widerstands und des Dschihad fortzusetzen". Die neue Hamas-geführte Palästinenserregierung kam wegen der anhaltenden israelischen Luftangriffe zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Israel griff als Antwort auf eine Serie palästinensischer Raketenabschüsse seit Freitag wieder verstärkt Ziele im Gazastreifen an. Seit Freitagabend wurden bei drei Luftangriffen 14 Mitglieder radikaler Bewegungen getötet; mehrere gesuchte Palästinenser wurden festgenommen, darunter auch Hamas-Mitglieder.
Ein 29-jähriger palästinensischer Taxifahrer starb gestern im Norden des Gazastreifens, als eine israelische Panzergranate eine Stellung palästinensischer Sicherheitskräfte traf. Seit Sonntag vergangener Woche wurden mehr als vierzig Kassam-Raketen vom Gazastreifen aus auf Israel abgefeuert. Die radikalislamische Hamas war im Januar als Siegerin aus der Parlamentswahl in den Palästinensergebieten hervorgegangen. Vor rund einer Woche wurde ihr Kabinett vereidigt. Seitdem steht sie unter dem Druck des Westens, der Gewalt abzuschwören und das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Am Freitag hatten die EU und die USA ihre Hilfszahlungen an die Palästinenser vorerst gestoppt. Die Kampfansage der Essedin-El-Kassam-Brigaden dämpft vorerst jede Hoffnung auf eine Gewaltabkehr. Nach der USA und der EU hat auch die norwegische Regierung gestern den vorläufigen Stopp aller Zahlungen an die Hamas-geführte palästinensische Regierung verfügt.
(AFP/dpa/kr)