Ein Cottbuser Kriminalkommissar hat gestanden, Interna an einen Geschäftsmann weitergegeben zu haben, um dafür über mehrere Jahre teure Autos benutzen zu dürfen. Auch der zweite Angeklagte, der Geschäftsführer eines Sicherheitsunternehmens und ehemaliger Polizist ist, räumte zum Prozessauftakt in Cottbus die Vorwürfe ein.

Die Staatsanwaltschaft forderte am Dienstag für den Polizisten eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Für den zweiten Mann plädierte sie auf ein Jahr und vier Monate auf Bewährung. Für beide Angeklagte soll es zudem Geldauflagen geben. Die Verteidigung sprach sich bei dem Polizeibeamten für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, bei dem Sicherheitschef für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr aus.

Ein Urteil sollte noch am Dienstag fallen. Zu Beginn des Prozesses verständigten sich Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht: Bei einem vollen Geständnis sollte es Bewährungsstrafen geben.

Dem Polizisten wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Neuruppin Verletzung des Dienstgeheimnisses und Bestechlichkeit vorgeworfen. Die Ankläger nehmen einen Vorteil von 50 000 Euro für den Beamten an. Bei dem zweiten Angeklagten geht es unter anderem um Bestechung. Die Informationen soll der Polizist aus polizeilichen Daten- oder Auskunftssystemen entnommen haben. Dabei ging es laut Anklage um Personendaten und Halter-Abfragen. Der Prozess wird vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts verhandelt.