Finale im Hübner-Prozess: Nach knapp einem Jahr Verhandlung hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten gefordert - ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung. Die Anklage plädierte zudem dafür, dass Gubens suspendierter Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner eine Geldstrafe in Höhe von 20 000 Euro zahlen soll. Der 63-Jährige muss sich am Landgericht Cottbus wegen Bestechlichkeit und Untreue verantworten.

Die Anklage wirft Hübner vor, die Vergabe kommunaler Aufträge an Privatunternehmen manipuliert zu haben - im Gegenzug habe er die Hand aufgehalten. Der Kommunalpolitiker soll Firmen bei städtischen Aufträgen begünstigt und Leistungen im Wert von mehreren Zehntausend Euro angenommen haben. Zudem sieht es die Staatsanwaltschaft als erwiesen an, dass er private Anwaltsrechnungen über die Stadt bezahlt und Privatfahrzeuge unentgeltlich in der Dienstgarage abgestellt hat. "Er hat die Taten als Amtsperson aus purem Eigennutz begangen", betonte die Staatsanwältin.

Mit auf der Anklagebank sitzt der frühere Inhaber eines Gubener Gartencenters, der kommunale Aufträge bekam und dafür mit seiner Firma kostenlos Arbeiten auf Hübners Wochenendgrundstück verrichtet haben soll. Für Horst P. fordert die Anklage ebenfalls zwei Jahre Bewährung und 10 000 Euro Geldstrafe.

Hübner bestreitet weiterhin die Vorwürfe. "Das Plädoyer der Anklage steht unserem diametral entgegen", erklärt sein Anwalt gestern auf Nachfrage. Das Urteil soll Mitte Februar fallen.