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Betonkrebs bremst Berlin-Pendler aus

Cottbus/Dresden. Berlin-Pendler aus der Lausitz werden auf den Autobahnen zunehmend vom Betonkrebs ausgebremst. Auf sechs Abschnitten ist schon Tempolimit verhängt. Abhilfe ist nicht in Sicht. Dem Land Brandenburg fehlen Planungen. Christian Taubert

Auf den Autobahnen A 13 und A 15 zwischen der Lausitz und Berlin werden immer mehr Abschnitte mit Tempolimit belegt. Die Fahrbahnen leiden unter Betonkrebs, sind rissig und mürbe. "Sie müssen zügig erneuert werden", fordert der CDU-Verkehrsexperte im Potsdamer Landtag, Rainer Genilke. Doch daran ist so schnell nicht zu denken.

"Das Land hat keine planungsreifen Projekte", sagt Genilke mit Verweis darauf, dass der Bund für Infrastrukturvorhaben Geld zur Verfügung habe. Aber wenn durch das Land kein Baurecht hergestellt sei, gebe es auch keine Finanzen.

Aus Sicht des Finsterwalder Oppositionspolitikers ist es vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar, "dass im neuen Haushalt weitere 41 Stellen beim Landesbetrieb gestrichen werden sollen". Genilke will im Plenum den Antrag stellen, "mehr Mittel und Personal für diesen Schlüsselbereich zur Verfügung zu stellen".

Vor allem Berlin-Pendler sind von den inzwischen sechs Autobahn-Abschnitten mit Tempolimit betroffen. Wie die Sprecherin des Brandenburger Landesbetriebes für Straßenwesen, Cornelia Mitschka, erklärt, sei die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen begrenzt worden.

Betonkrebs ist eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR), die zu feinen Rissen führt. Für Experten bergen die betroffenen Fahrbahnbereiche ein unkalkulierbares Risiko". Trotz Erstsanierung könnten Betonstücke herausgerissen und zur Gefahr für Autofahrer werden.

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