Ursprünglich hatte die Erzgebirgsstadt jährlich 70 000 Manufaktur-Gäste erhofft. Die Besucher kamen bislang nicht nur aus Deutschland und Europa, sondern auch aus Australien, Israel, Taiwan, Japan, Peru und den USA. Zum einjährigen Bestehen werde die Manufaktur am kommenden Samstag von 10 bis 22 Uhr geöffnet bleiben, als Dankeschön für die bisherige Resonanz werde der Eintritt halbiert.

Am 29. Oktober 2010 war die „Manufaktur“ mit einer der weltweit umfangreichsten Privatsammlungen erzgebirgischer Volkskunst eröffnet worden. Zu verdanken hat Annaberg-Buchholz das der Mäzenin Erika Pohl-Ströher, die der Stadt ihre in mehreren Jahrzehnten aufgebaute Kollektion für zunächst 25 Jahre übertragen hat. Präsentiert wird neben Spielzeug aller Art auch Weihnachtsbrauchtum des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter Pyramiden, Räuchermänner und Nussknacker.

Vor einem Monat hatte Pohl-Ströher die Manufaktur selbst in Augenschein genommen. Die Öffentlichkeit war erst nach ihrer Abreise über die Visite im Erzgebirge informiert worden, weil die inzwischen 92-Jährige keinen Rummel wollte. Der Erbin des Kosmetikkonzerns Wella hat Sachsen noch mehr zu verdanken als die Volkskunst in Annaberg-Buchholz. Davor hatte sie bereits Freiberg mit der Mineralienausstellung „terra mineralia“ bedacht. Die Mineralienausstellung feierte am Wochenende ihr dreijähriges Bestehen. Sie zog bisher 425 000 Besucher an.

Pohl-Ströher lebt heute in der Schweiz. Ihre Familie stammte aus dem Erzgebirge.