Was hat der Aufsichtsrat beschlossen?
Wichtigster Beschluss der Sondersitzung des Aufsichtsrats am Mittwoch war die Bestellung einer neuen Finanzchefin. Die 52-jährige Managerin Heike Fölster soll neben Hartmut Mehdorn und Technikchef Horst Amann Teil der Geschäftsführung des Flughafens werden. Damit hat sich die Flughafengesellschaft eine Managerin mit Branchenkenntnis und Erfahrung an Bord geholt: Von 2003 bis 2008 war Fölster Finanzchefin des Flughafens Hamburg, seitdem ist sie beim Germanischen Lloyd in der Hansestadt tätig.

Was ist mit dem Leiter der Kommunikationsabteilung?
Für die Pläne Hartmut Mehdorns, den Journalisten Klaus Schrotthofer zum Leiter der Unternehmenskommunikation der Flughafengesellschaft zu machen, gab es im Aufsichtsrat keine Zustimmung. Schrotthofer, der einst Sprecher von Bundespräsident Johannes Rau war, hätte angeblich ein Jahresgehalt von 200 000 Euro erhalten sollen. Damit hätte er fast 80 000 Euro mehr verdient, als der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Gibt es Neues zur BER-Eröffnung?
Die Pläne von Hartmut Mehdorn, den Flughafen scheibchenweise zu eröffnen, scheinen vorläufig nur auf dem Schreibtisch des früheren Bahn-Chefs zu liegen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte nach der Sondersitzung, mit Mehdorns Plänen "können wir nichts anfangen". Für den Umzug auf den neuen Flughafen existiere noch kein Gesamtkonzept. Auch seien Mehdorns Vorschläge nicht das Konzept der Flughafengesellschaft, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. "Zur Schließung von Tegel gibt es keine Alternative."

Wann soll der Flughafen denn nun eröffnet werden?
Auch ein Jahr nachdem die Eröffnung des Flughafens abgesagt wurde, ist die Flughafengesellschaft noch nicht weiter: Es gibt noch keinen neuen Termin für die Eröffnung des Großflughafens.

Wie teuer wird der Großflughafen nun?
Die Kosten für den BER könnten die Fünf-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten. Das zumindest sagte Hartmut Mehdorn laut einem Sitzungsprotokoll des Bundesverkehrsministeriums. Derzeit müsse die Flughafengesellschaft mit rund 40 Millionen Euro Mehrkosten pro Monat leben, die durch die Modernisierung des alten Flughafens Tegel, durch die Instandhaltung des noch nicht eröffneten Neubaus und das neue Projektsteuerungsprogramm "Sprint" entstehen.

Was macht Platzeck?
Matthias Platzeck wird unter dem Eindruck des BER-Debakels offenbar häufiger krank. Am Mittwoch konnte er wegen eines eingeklemmten Ischias-Nervs nicht an der Pressekonferenz zum Großflughafen teilnehmen, zuvor musste er bereits wegen einer Virus-Erkankung eine Israel-Reise von Landesregierung und Landtag absagen.

Der Ministerpräsident hatte sein politisches Schicksal mit dem Erfolg des BER-Projekts verbunden, doch seit seiner Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes scheint das Projekt noch nicht sonderlich vorangekommen zu sein. Dafür gab es das Urteil zum Lärmschutz, das den Flughafen nun mit deutlichen Mehrkosten belastet.