Bis zum Morgen hatten Kultusministerin Brunhild Kurth und Finanzminister Georg Unland (beide CDU) mit den Verhandlungsführern der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) über den von der Arbeitnehmerseite geforderten Generationenvertrag verhandelt. Der sieht neben besserer Bezahlung auch Altersteilzeit-Regelungen vor. Trotzdem sagte die schwarz-gelbe Staatsregierung zu, bis 2015 die Anzahl der Regelstunden für die Lehrer nicht zu erhöhen. Zudem einigte man sich darauf, Lehramtsstudenten besser zu betreuen - im Studium wie beim Eintritt in den Schuldienst. "Es waren sehr harte Verhandlungen", sagte Kultusministerin Kurth im Anschluss.

Finanzminister Georg Unland soll sich nun auf Bundesebene für eine bundeseinheitliche Lehrerbezahlung einsetzen. Die GEW verpflichtete sich im Gegenzug, bis Juli 2014 keine weiteren Lehrerstreiks zu organisieren. Bis zum 10. Dezember will die Gewerkschaft ihre Mitglieder zur Einigung befragen.

"Das Ergebnis kann sich sehen lassen", sagte der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Steffen Flath. Es gehe damit ein "wichtiges Signal an Sachsens Pädagogen, aber auch an die Schüler und Eltern, dass der Unterricht nicht durch Lehrerstreiks behindert wird".

Der FDP-Bildungssprecher Norbert Bläsner sieht in der Einigung einen guten Kompromiss aus sächsischer Haushaltsdisziplin und Anerkennung der Lehrer. Die SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange zeigte sich zuversichtlich, dass "die unwürdige Diskriminierung Hunderter Grundschullehrer aus rein formalen Gründen" nach mehr als 20 Jahren beendet werde. Der Linken-Abgeordneten Cornelia Falken geht die Einigung nicht weit genug. Falken fordert weiterhin die Eingruppierung aller Lehrkräfte unabhängig von der Schulart in die Entgeltgruppe 13.

"Jetzt müssen den Worten Taten folgen", forderte die Grüne Annekathrin Giegengack. "Die Mobilität im Bildungssystem muss dringend weiter verbessert werden."