Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) kündigte am Mittwoch auf einer Konferenz in Potsdam an, dass künftig im Rahmen von städtebaulichen Förderprogrammen auch der Radverkehr in historischen Stadtkernen unterstützt werde. Konkrete Zahlen nannte das Ministerium allerdings nicht. Das Ministerium hat nach eigenen Angaben seit 1990 die Städte mit historischen Stadtkernen mit mehr als 560 Millionen Euro gefördert. Ein erster Schritt sei, "die Verbindungen zwischen den Städten für Radfahrer besser zu erschließen", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Brandenburg sei ein Fahrradland. Die Landesregierung habe seit 1990 ein gutes Radwegenetz aufgebaut, sagte der Minister. Im Vordergrund steht deshalb vor allem, die einzelnen Orte besser auszuschildern und innerhalb einer Radroute "Historische Stadtkerne" zu vernetzen. Für die großenteils noch zu schaffenden neuen Schilder hat das Ministerium bereits im letzten Jahr einen Ratgeber erstellt, damit die Kommunen ihre Hinweise zukünftig einheitlich gestalten. In einer Umfrage unter den 31 Städten wurde die aktuelle Situation für Radfahrer ermittelt. Demnach hat die Stadt Dahme (Teltow-Fläming) als einzige im Land bereits eine Fahrradstraße. An einem Verkehrskonzept mangelt es 15 der befragten Städte.In zwölf Städten nutzen Radfahrer häufig die Gehwege. Die mit der Umfrage beauftragte Project M GmbH stellte zudem fest, dass viele Städte kaum oder gar keine Informationen für Radfahrer im Internet anbieten. Gerade Radtouristen nutzten diesen Weg aber häufig, um sich zu informieren. Der Vergleich der Städte sei mitunter schwierig, da ihre Einwohnerzahl zwischen 2500 und 150 000 liegt. dpa/mb