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Besser geschützt und planbarer befahrbar

Blick über die Elbe auf Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg.
Blick über die Elbe auf Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg. FOTO: dpa
Magdeburg. Wie weiter mit der Elbe? Als naturnaher, besser geschützter Fluss oder als verlässlicher Transportweg? Ein neues Konzept will jetzt alle Interessen bündeln. Franziska Höhnl und Christiane Raatz

Vertreter des Bundes und mehrerer Landesregierungen sowie von Naturschutz- und Wirtschaftsverbänden haben das neue langfristige Entwicklungskonzept für die Elbe als großen Fortschritt und Meilenstein bezeichnet. Damit sei eine gute Arbeitsgrundlage für die kommenden 20 bis 30 Jahre geschaffen worden, hieß es am Montag mehrfach auf einer Regionalkonferenz in Magdeburg zum neuen Gesamtkonzept. Es sei gelungen, die Gräben und sehr unterschiedlichen Positionen von Naturschützern und Wirtschaft zu überwinden und aufeinander zuzugehen. Kern des neuen Papiers sei es, dass Baumaßnahmen und Veränderungen an der Elbe nur umgesetzt werden dürften, wenn sie sowohl der Ökonomie als auch der Ökologie nutzten.

Bund, Anrainerländer und Interessensvertreter hatten dreieinhalb Jahre lang am Konzept gearbeitet. Darin analysierten die Beteiligten die größten Probleme an den rund 600 Flusskilometern zwischen der tschechischen Grenze und Geesthacht (Schleswig-Holstein) und entwickelten 55 Optionen, um sie zu lösen. Das Gesamtkonzept soll noch vor der Bundestagswahl im September vom Bundestag beschlossen werden. Anschließend sollen Forschungs- und Planungsaufträge vergeben und die Projekte ausfinanziert werden.

Nach Angaben der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler sind für die Umsetzung rund 300 Millionen Euro veranschlagt. Ein Großteil davon sei für Umweltmaßnahmen vorgesehen.

Trotz eines Grundkonsenses sind viele Streitpunkte nicht ausgeräumt.

Aus Sicht der Grünen-Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke gehen vor allem die Ziele zum Stopp der Abtragung des Gewässergrundes, die sogenannte Sohle rosion, nicht weit genug. Die Schifffahrt hofft hingegen vor allem darauf, dass das neue Konzept ihnen eine verlässliche und planbare Nutzung der Elbe als Transportweg erlaubt. Man habe nun zumindest Planungssicherheit, um ein vernünftiges Schiffskonzept auf die Elbe zu bringen, sagte der Chef der Sächsischen Binnenhäfen, Heiko Loroff. "Das gibt es seit 35 Jahren nicht mehr, weil niemand wusste, was mit der Elbe passiert."

Vor allem in den vergangenen Jahren hatte die Branche mit langen Niedrigwasserphasen zu kämpfen. Mit Veränderungen an den Ufern und Aufschüttungen soll künftig an mehr als elf Monaten im Jahr die Fahrrinne im Durchschnitt 1,40 Meter tief sein.