Da könnte man nun zweierlei einwenden. Erstens: Wen kümmert es, was ein Fachblatt für Werben, Werbung und Medien zu meckern hat? Zweitens wäre nach Imageproblemen wie Fremdenfeindlichkeit, Biedermeierlichkeit und Hinterwäldlertum der Vorwurf der mangelnden Ironie doch eigentlich zu verkraften. Indes, feinere Geister erkennen sicher die Schwere des Vorwurfs. Das Blatt Horizont jedenfalls sieht in der Ironie-Unverträglichkeit der Dresdner den Grund dafür, warum die neueste Marketing-Kampagne der Agentur "Jung von Matt" gründlich in die Hose ging. Die Werber aus Berlin-Kreuzberg waren mit einem Laster zur Pegida-Demo gefahren. Darauf stand "Die ganze Lügenpresse aus einer Hand". Das Ganze lief als Guerilla-Aktion im Auftrag des Medienkonzerns Axel Springer. Lügenpresse als Selbstbeschreibung, das war natürlich ironisch gemeint. Sowas machen die von Jung von Matt gern. So auch bei der Kampagne für den Desaster-Flughafen BER, wo ein zufriedenes Schafpärchen auf dem leeren Rollfeld Liebe macht. Witzig, nicht? Doch mit dem Auftritt beim Pegida-Abendspaziergang wollte man auch Mut beweisen. Die Leuchtwerbung am Laster ließ das Werbeteam dann doch lieber die meiste Zeit aus.