"Kondensat" heißt das, was der in Guhlen - zwischen Schwielochsee und Lübben gelegen - bohrenden Central European Petroleum GmbH (CEP) derzeit besonders viel Hoffnung macht. Eine zweite Bohrung, die im April mit etwas anderem Winkel als die erste in 2500 Meter Tiefe führte, erbrachte nach Auswertung der Proben den Nachweis: Es liegt "weißes Erdöl" vor, wie das Kondensat auch genannt wird. Darunter befindet sich "normales" Erdöl, darüber Erdgas. Das bestätigte eine Sprecherin der CEP auf LR-Nachfrage.

Kondensat gilt als Erdöl mit besonders wenigen Begleitstoffen, das in Raffinerien kaum veredelt werden muss, hochwertig ist und sehr gute Fließeigenschaften besitzt. Genau diese Fließfähigkeit ist der Knackpunkt bei den lange bekannten Erdölvorkommen in der Märkischen Heide, in der Guhlen liegt. Diese sind aus CEP-Sicht seit 2012 nachgewiesen und waren schon zu DDR-Zeiten bekannt. Entscheidend war vielmehr, mit welchem Aufwand der Rohstoff aus der Erde geholt werden muss, um noch wirtschaftlich zu sein. Das ist stark von den Fließeigenschaften abhängig. Das als besonders "leicht" geltende Kondensat läuft sehr gut. "Es kann fast direkt als Brennstoff genutzt werden", erklärt die Sprecherin. Weitere Aspekte der im April genommenen Proben werden noch ausgewertet.

Nun laufen bei CEP Überlegungen zur Infrastruktur, über die der Rohstoff gefördert werden könnte. Gleichzeitig werden die Ergebnisse einer weiteren Bohrung im Märkische-Heide-Ortsteil Krugau im Winter mit Spannung erwartet.