Davon erhielt der zuständige Beauftragte für Fluglärmschutz knapp 700 allein im zweiten Halbjahr 2008. Allerdings seien 250 von den Beschwerden standardisierte Massen-Schreiben gewesen, die auf den Protest von zwei Beschwerdeführern zurückgingen. Die Beschwerde-Flut steht nicht im Verhältnis zur steigenden Zahl der Flüge in Schönefeld. Als mögliche Auslöser für den massiven Protest-Anstieg gelten die Schließung des Flughafens Tempelhof im Herbst 2008 und die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Ende Mai 2008 in Schönefeld, bei der auch laute Kampfjets durch die Lüfte flogen. Laut Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH gab es 2008 rund 68 700 Flugbewegungen und damit 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem könnte der für dieses Jahr angekündigte Beschluss der Landesregierung, wie viele Flieger spätabends und frühmorgens starten und landen dürfen, eine Rolle spielen. Das Nachtflugverbot gilt zwischen Mitternacht und fünf Uhr. Flugzeuge dürfen zwischen 22 Uhr und 24 Uhr sowie fünf Uhr und sechs Uhr starten und landen. Die Fluggesellschaften müssten für diese Zeit allerdings ihren besonderen Verkehrsbedarf nachweisen, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Beschluss für die Flüge in den sogenannten Tagesrandzeiten werde frühestens im April vorgelegt. Die Beschwerden bearbeitet der Beauftragte für Fluglärmschutz. Die Protest-Schreiben sollen laut Dellmann "klar und vollständig, aber so einfach und kurz wie möglich" formuliert sein. dpa/mb