Albrecht der Bär, Boxprofi Axel Schulz, Schlagersänger Jürgen Drews und der Lausitzer Australienreisende Ludwig Leichhardt. Sie alle finden sich im neuen Internetportal "Brandenburger Köpfe", mit dem die Staatskanzlei seit dem gestrigen Freitag die Biografien von rund 300 prominenten Brandenburgern der letzten 900 Jahre im weltweiten Datennetz präsentiert. "Das gängige Image von Brandenburg ist in Deutschland geprägt von viel Natur: Flüsse, Wälder und Seen, vielleicht noch die alte Residenzstadt Potsdam", sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck am Freitag bei der Präsentation des Portals in Potsdam.

"Dass zwischen Elbe und Oder auch eine Vielzahl Menschen Geschichte geschrieben haben, ist längst nicht so bekannt." Das soll das neue Internetportal ändern: Wer die neue Website in seinem Browser aufruft, kann gezielt nach Orten, Kategorien und Prominenten suchen. Dann erfährt er, dass der Erfinder der Thermoskanne, Reinhold Burger, aus Glashütte bei Baruth kommt.

Er kann sich über Friedrich den Großen, Altbischof Albrecht Schönherr und den im letzten Jahr verstorbenen Historiker Gerd Heinrich informieren. Und über viele lebende Persönlichkeiten - von der Schauspielerin Eva-Maria Hagen über Angela Merkel bis zum Cottbuser Radsportler Maximilian Levy.

So wie viele andere "Brandenburger Köpfe" hat er der Staatskanzlei ein paar Zitate zu seiner Beziehung zum Land Brandenburg geliefert: "Ich liebe die Wärme und die Herzlichkeit der Menschen", schreibt etwa der Cottbuser Radrennprofi Maximilian Levy, der sich, obwohl in Berlin geboren, heute als Brandenburger fühlt. "Sportlich hat mir Brandenburg den Grundstein für meine erfolgreiche Entwicklung gelegt."

Und der Sänger Alexander Knappe betont: "Ich bin stolz, ein Brandenburger zu sein." Wer das Portal genauer betrachtet, wird freilich bald auch auf die Schwächen der Region stoßen: Zum Beispiel die geringe Wirtschaftskraft. Nur wenige Unternehmer finden sich unter den "Brandenburger Köpfen" - und lediglich der Potsdamer Starkoch Ronny Pietzner und der Software-Unternehmer und Mäzen Hasso Plattner weilen in der Rubrik "Wirtschaft" noch unter den Lebenden.

Hoch anzurechnen ist es der Staatskanzlei dagegen, dass sie der Versuchung widerstanden und auf die Darstellung aktiver Politiker im Portal verzichtet hat - auch wenn mit Jörg Schönbohm (CDU) und Manfred Stolpe (SPD) auch Brandenburger Protagonisten der jüngsten Vergangenheit verzeichnet sind.

Vergeblich sucht man dagegen die "Bad guys", die "bösen Jungs" - also Brandenburger, die etwa als Kriegsverbrecher oder Massenmörder unrühmlich aufgefallen sind und ihre Heimat in Misskredit gebracht haben.

"Wir haben Rainald Grebe", antwortete Regierungssprecher Thomas Braune augenzwinkernd auf die entsprechende Frage bei der Vorstellung des neuen Projekts.

Der hat in seinem mittlerweile berühmten Brandenburg-Lied immerhin davon gesungen, dass in der Mark "mal wieder jemand gegen eine Baum gegurkt" ist.

Doch spätestens seit gestern weiß der geneigte Internetnutzer, dass in den vergangenen Jahrhunderten in Brandenburg noch deutlich mehr passiert ist. www.koepfe.brandenburg.de