Der Bürgermeister von Deutschneudorf (Mittlerer Erzgebirgskreis), Hans-Peter Haustein (FDP), der die Kostbarkeiten in seiner Heimatregion vermutet, ließ in der Nähe einer Bahnlinie an der deutsch-tschechischen Grenze eine Mauer öffnen.
"In Deutschneudorf sind zuletzt verstärkt Anrufe und anonyme Briefe eingegangen", sagte Haustein. Diese bestärkten seine Auffassung, dass der Schatz im 7,4 Quadratkilometer großen und weit verzweigten ehemaligen Bergwerk des Ortes zu finden ist.
Nach Ansicht von Haustein soll das Bernsteinzimmer 1944 per Bahn und schwer bewacht in die Region gebracht worden sein. Selbst graben wolle er aber vorerst nicht mehr. "In diesem Jahr werde ich zunächst weitere Anträge zum Ausgraben verschiedener Gänge stellen", sagte Haustein. Das Bernsteinzimmer war ein Geschenk des Preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen. 1941 wurde es in Zarskoje Zelo bei Petersburg von deutschen Soldaten demontiert und ins Königsberger Schloss gebracht, wo sich seine Spur verliert. Seitdem wurde es an mehr als 100 Plätzen vermutet.
Dank einer Spende der Ruhrgas AG in Höhe von 3,5 Millionen Dollar konnte eine originalgetreue Rekonstruktion des Bernsteinzimmers im Katharinenpalast vollendet werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin weihten die Kopie anlässlich des 300-jährigen Stadtjubiläums von Sankt Petersburg am 31. Mai 2003 ein. Das Bernsteinzimmer kann besichtigt werden. (dpa/mb)