Er werde nicht zurückgetreten und einem Marionetten-Regierungschef Platz machen, sagte er weiter. Tags zuvor hatten Zehntausende Anhänger der Opposition in Rom Berlusconis Rücktritt gefordert.

Der Chef der oppositionellen Demokratischen Partei, Pierluigi Bersani, erklärte in einer Rede auf der Piazza San Giovanni, seine Partei werde mit anderen Oppositionsgruppen zusammenarbeiten und strebe die Führung einer neuen Regierung an.

Gäste aus anderen Ländern

Den aus ganz Italien angereisten Demonstranten schlossen sich bei der Kundgebung am Samstag sozialdemokratische Politiker aus Frankreich und Deutschland sowie Aktivistinnen der ukrainischen Protestgruppe Femen an. „Wir sind nicht glaubwürdig. Ich schäme mich dafür, wie andere europäische Länder uns sehen. Es ist peinlich. Dieser Mann (Berlusconi), diese Marionette muss gehen“, sagte einer der Demonstranten, der Rentner Mario Puddu.

Berlusconi steht angesichts der anhaltenden Schuldenkrise und der Streitigkeiten innerhalb seiner Regierungskoalition unter Druck. Sechs Mitglieder seiner Partei drängten ihn in dieser Woche zum Rücktritt, um die Bildung einer breiteren Koalition mit einer der Oppositionsparteien aus der politischen Mitte zu ermöglichen.

Rom lässt sich kontrollieren

Berlusconi hat zuletzt eine Vertrauensabstimmung über die zur Stützung der italienischen Wirtschaft von der Europäischen Union geforderten neuen Gesetze angekündigt. Italien stimmte beim G20-Gipfel in Cannes außerdem einer Überwachung seiner Reformbemühungen durch den IWF zu – ein schwerer Schlag für das Land, das zu den sieben größten Volkswirtschaften der Welt gehört.