"Er hat nicht die Absicht, seinen Platz zu räumen." Berlusconi selbst tauchte nach seinem Ausschluss aus dem Senat zunächst ab. Er blieb bei seiner Familie in Mailand, einen Auftritt in einer Talkshow sagte er ab.

Auch seine politischen Gegner gehen nach der Kampfankündigung des 77-Jährigen davon aus, dass dieser weiter Politik machen will. "Die Wörter von Berlusconi waren nicht die eines Statisten", sagte Guglielmo Epifani, Vorsitzender der regierenden Demokratischen Partei (PD).

Berlusconi hatte am Mittwoch angekündigt, nicht von der politischen Bühne verschwinden zu wollen.

Die Abstimmung im Senat war eine Konsequenz aus Berlusconis erster rechtskräftiger Verurteilung wegen Steuerbetrugs. Im August war er im Mediaset-Prozess zu vier Jahren Haft verurteilt worden, drei werden ihm wegen einer Amnestieregelung erlassen.

Neben dem Verlust seines wichtigsten politischen Amtes trifft ihn vor allem die Aufhebung seiner Immunität. Seine Anwälte bezeichneten es als "unrealistisch", dass er in Untersuchungshaft genommen werden könnte, dennoch droht Berlusconi durch seine weiteren Prozesse Ärger. Sollte er im "Ruby"-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten rechtskräftig verurteilt werden, könnte der 77-Jährige eine mehrjährige Strafe im Hausarrest verbüßen müssen. Beobachter vermuten, dass der Medienmogul seine Partei nun von außerhalb des Parlaments führen will.