Die können aber begehrt sein. Denn bei den grünen, achteckigen Metallhäuschen aus der Gründerzeit handelt es sich um die ältesten öffentlichen Toiletten in der Hauptstadt. Der Volksmund hat den Pissoirs ihren Namen verpasst, in denen Männer - und nur die - ihr kleines Geschäft erledigen können. Für weitergehende Bedürfnisse stehen geschlechterübergreifend City-Toiletten bereit. Barrierefreie, selbstreinigende Pavillons also, bei denen quasi alles automatisch geht - bis auf die Notdurft selbst natürlich. Rund 260 öffentliche WCs gibt es in Berlin, darunter 170 City-Klos und ein Dutzend Achtecke. Für eine Metropole mit 3,7 Millionen Einwohnern und knapp 13 Millionen Besuchern ist das zu wenig. Doch noch eine andere Entwicklung macht aus den Bedürfnisanstalten ein Politikum. Nach dem Willen der neuen rot-rot-grünen Koalition soll Berlin öffentliche Toiletten künftig in Eigenregie betreiben. Kritiker denken dabei mit Ekel an frühere Zeiten zurück.