Als Spitzenkandidatin wurde die langjährige Bundestagsabgeordnete Petra Pau gewählt. 83,9 Prozent der 149 Delegierten votierten für die 53-jährige Vizepräsidentin des Bundestags. Sie sitzt bereits seit 1998 im Parlament, ihren Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf gewann sie mehrmals direkt.

Vor rund vier Jahren war der damalige Spitzenkandidat Gregor Gysi mit 94 Prozent gewählt worden. Der frühere Fraktionschef im Bundestag kandidierte jetzt nicht noch einmal für einen Listenplatz, dürfte am 24. September aber sein Direktmandat im Wahlkreis Treptow-Köpenick verteidigen.

Auf Platz zwei und drei der Liste wählten die Delegierten mit Stefan Liebich (67,8 Prozent) und Gesine Lötzsch (91,9 Prozent) zwei weitere erfahrene Bundestagsabgeordnete. Auf Platz vier steht als neues Gesicht Pascal Meiser, Linke-Bezirkschef und Direktkandidat in Friedrichshain-Kreuzberg. Er kam auf 79,9 Prozent. Eine Kampfkandidatur um Platz fünf entschied die Lichtenbergerin Evrim Sommer mit 51 Prozent gegen Judith Benda für sich.

Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Linke in Berlin 18,5 Prozent der Zweitstimmen geholt. Sie entsandte damals sechs Abgeordnete in das deutsche Parlament, zwei davon über die Landesliste.

Die Landesvorsitzende Katina Schubert wie auch Bundeschef Bernd Riexinger und andere Politiker ermutigten ihre Partei, im Bundestagswahlkampf konsequent auf mehr soziale Gerechtigkeit zu setzen. Der Kampf gegen Armut, prekäre Lebensbedingungen und Hartz IV, für gute Einkommen, existenzsichernde Mindestlöhne und eine andere Flüchtlingspolitik sei wichtig für alle in diesem Land.